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Die Europäischen Sumpfschildkröten im Melbweiher sind wieder da

Vor einigen Jahren berichtete ich von der Aussetzung Europäischer Sumpfschildkröten im Bonner Melbweiher, bei der ich damals live mit dabei war. Mit diesem Projekt gibt der Botanische Garten der Stadt Bonn der einzigen bei uns in Deutschland heimischen Schildkröte ein Zuhause und hofft darauf, dass sich diese in Zukunft eigenständig vermehrt.

Ich statte dem Botanischen Garten hin und wieder mal einen Besuch ab, um unter anderem nach den Schildkröten zu sehen. So auch heute. Diese haben die Winterstarre nun ebenfalls beendet und tummelten sich wie gewohnt auf einem der dicken Äste, die in dem großzügigen Weiher treiben.

Europäische Sumpfschildkröten Europäische Sumpfschildkröten

Zwei Schildkröten sind mir allerdings besonders aufgefallen, bei denen es sich leider nicht um Europäische Sumpfschildkröten (Emys orbicularis) handelte. Bei der einen bin ich mir recht sicher, dass es sich dabei um eine Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans) handelte, die sich allerdings nicht fotografieren ließ Die andere war vermutlich auch eine Schmuckschildkröte.

Schmuckschildkröte
Soweit ich das erkennen kann, ist dies keine Europäische Sumpfschildkröte

In der Vergangenheit wurden immer wieder Schildkröten im Melbweiher ausgesetzt. Sie entwickelten sich zu einer kleinen Attraktion. 2013 wurden die Schildkröten jedoch alle eingesammelt und durch Europäische Sumpfschildkröten ersetzt. Das wieder fremde Arten in dem Weiher ausgesetzt werden kann für die Europäischen Sumpfschildkröten mitunter gefährlich werden, da sie als direkte Futterkonkurrenten den Schmuckschildkröten leider unterlegen sind.

Alle Schildkröten sind wieder da

Seit gestern ist nun auch die letzte Schildkröte wieder draußen. Kurz vor Ostern kamen alle unsere adulten Tiere aus der Winterstarre, doch es brauchte 23° Celsius und massiven Sonnenschein, um die letzte, verschollene kleine Schildkröte aus ihrem Loch hervor zu locken. Ich hatte mir ehrlich gesagt schon ein paar Sorgen gemacht, da die meisten ja schon seit einiger Zeit die Sonne genießen, wenn sie mal da ist. Doch jetzt bin ich beruhigt und freue mich, dass alle Schildkröten den Winter überlebt haben. Nachfolgend Fotos der Nachzuchten

Griechische Landschildkröte Jungtier Griechische Landschildkröte Jungtier Griechische Landschildkröte Jungtier Griechische Landschildkröte Jungtier

Ich hoffe eure Schildkröten haben auch alle überlebt. Sind bei euch denn auch schon alle draußen oder fehlt noch jemand?

EU verbietet private Haltung europäischer Schildkröten

Der 29. März 2018 wird für viele Schildkrötenbesitzer als schwarzer Tag in Erinnerung bleiben. Am Donnerstag beschlossen die EU-Abgeordneten in Brüssel ein neues Tierschutz-Gesetz, dass den „Besitz landesfremder […] unter Naturschutz stehender“ Tiere in der EU nach §22b 1.-3. TierSchG verbietet, sofern sie nicht als Nutztiere gehalten werden.

Was ist Sinn des neuen Gesetzes?

Mit dem neuen Gesetz  will man bedrohte Tierarten zukünftig besser schützen, indem sie einzig und allein, mit speziellen Genehmigungen, in ihren Heimatländern gehalten werden dürfen. „Auf diese Weise entfällt hier [in Deutschland] und in anderen Ländern viel Bürokratie, die durch bisherige EU-Verordnungen erst entstanden ist“, so der deutsche EU-abgeordnete Reinhold Steinmann und bezieht sich dabei unter anderem auf die EU-Bescheinigungen und alles was zu deren Verwaltung dazu gehört. Das spart auch Geld, welches in den Heimatländern gezielt für den Artenschutz eingesetzt werden soll. „[…] gleichzeitig wird verhindert, dass sich entlaufene Tiere invasiv ausbreiten und für einen hohen Selektionsdruck bei anderen Arten sorgen könnten, wodurch diese gefährdet würden“, so Steinmann weiter. Vor der Kamera

Der Diplom Biologe ist starker Befürworter und einer der Initiatoren des 13-Seiten umfassenden Gesetzes, dessen Verhandlung in der Vergangenheit mehrmals abgelehnt wurde. Vergangenen Donnerstag waren viele EU-Parlamentarier, und somit viele Gegner des Gesetzes, aber nicht anwesend, da sie sich schon in die Osterferien verabschiedet hatten, sodass sich eine Mehrheit für eine Abstimmung über das Gesetz finden konnte. Dabei war die Entscheidung zunächst knapp und erst im zweiten Durchgang konnte eine knappe Mehrheit für die Durchsetzung des Gesetzes gefunden werden, was ab dem 01.07.2020 in kraft treten soll. Über den tatsächlichen Sinn oder Unsinn des Gesetzes kann man sich natürlich streiten.

Was heißt das für mich als Schildkröten Halter?

Ab dem 01.07.2020 macht man sich mit dem Besitz geschützter Arten aus Europa strafbar und muss mit hohen Geldbußen bis hin zu einem Gefängnisaufenthalt rechnen. Zu den geschützten Arten gehören leider auch unsere geliebten Griechischen Landschildkröten. Halter von Schildkröten aus nicht-EU-Ländern, wie der im Trend liegenden Spornschildkröte, haben Glück gehabt. Deren Haltung kann die EU auf Grund bestehender Handelsabkommen nicht einfach verbieten. In Deutschland darf künftig allein die Europäische Sumpfschildkröte noch gehalten werden, allerdings nur mit einer entsprechenden Genehmigung. Wie man an eine solche Genehmigung heran kommt, ist noch nicht konkretisiert worden. Ein Hintertürchen bleibt dank der Schweiz, die nicht der EU angehört, aber offen. Wer nachweisen kann, dass seine Europäischen Sumpfschildkröten ursprünglich aus der Schweiz stammen, kann diese weiterhin halten. DNA Tests, mit denen sich die Herkunft bestimmen lässt, kosten in Labors um die 200€. Eine weitere rechtliche Grauzone könnte der Freistaat Bayern schaffen. damit kein Geld für den Schutz der Tiere aufgewendet werden muss, bezweifeln die Politiker dort bislang, dass die Europäische Sumpfschildkröte ursprünglich in Deutschland beheimatet war und sieht diese als invasive Art aus der Schweiz bzw. Österreich an.

Wie geht es jetzt weiter?

Damit die entsprechenden Behörden für Natur- und Artenschutz genug Zeit haben sich auf die bevorstehende Intensivierung der Schutzprogramme vorzubereiten, tritt das Gesetz erst in rund zwei Jahren in Kraft. Auf Anfrage bei der örtlichen Behörde, teilte diese mir per Mail mit, dass die Tiere innerhalb der nächsten zwei Jahre in ihre entsprechenden Heimatländer überführt werden sollen. Dabei sei es einem freigestellt, ob man dies „eigenverantwortlich“ übernehmen möchte oder ob man die Tiere bei der örtlichen Behörde abgeben möchte, wo sie für eine „Pauschale von 80€ pro Tier in die entsprechenden Regionen übersendet werden“. Bis es soweit ist, braucht es aber noch etwas Zeit. „Wir wurden von dem neuen Gesetz genau so überrascht wie Sie[…]“, heißt es in der Mail „[und] brauchen daher Zeit für die Organisation“. Alle registrierten Halter bedrohter Tiere sollen bis ende des Jahres schriftlich über das Vorgehen und die „rechtlichen Konsequenzen bei Missachtung“ informiert werden.

Eine große Hoffnung besteht darin, dass die Mitgliedsstaaten der EU das neue Gesetz nicht zwingend umsetzen müssen. Aus der Mail ging allerdings hervor, dass sich die Behörden in Deutschland wohl auf dessen Umsetzung vor zu bereiten scheinen. Auf der Seite des Bundestages laufen allerdings auch schon die ersten Petitionen gegen die Umsetzung des Gesetzes.

Trotz dieser schockierenden Meldung wünsche ich allen einen schönen Sonntag an diesem 1. April April!

Schildkröten kommen aus der Winterstarre

Heute am frühen Nachmittag schauten plötzlich zwei Vorderbeine und ein Kopf aus der Erde. Die erste Schildkröte kam heute aus der Erde. Dieses Jahr eine der Nachzuchten.

So saß sie dort mehrere Stunden und genoss erst einmal die Wärmelampe, bevor sie ein paar Schritte ging und sich dann wieder verkroch. Am Wochenende soll es nochmal richtig kalt werden. Samstag werden nur -2° erwarten. Von daher denke ich, dass sie sich erst einmal wieder verbuddeln wird. Danach sollten dann aber hoffentlich alle wieder aus der Winterstarre erwachen. Ich freue mich drauf =)

Bald kommt der Frühling

Morgen ist meteorologischer Frühlingsanfang. Kaum zu glauben, dass der Frühling kurz vor der Tür steht, denn im Moment haben wir die kältesten Tage dieses Winters. Mancherorts liegen die Temperaturen bei -20° C und gefühlt ist es sogar noch viel kälter. Viel zu kalt für Schildkröten! Wer seine Schildkröte draußen überwintert, sollte dringend die Erdtemperatur prüfen und sie im Notfall ausbuddeln und in den Kühlschrank verfrachten. Wir haben es hier im Rheinland noch sehr mild. Nachts fallen die Temperaturen nicht unter -10° und heute und morgen werden es wohl die einzigen Tage unter 0° sein. Die Sonne taut den Boden immer wieder auf, sodass der Frost es nicht bis runter zu unseren Schildkröten schafft.

Und Besserung ist ja in Sicht. Ein Blick auf die Wettervorhersage verspricht uns schon in wenigen Tagen deutlich wärmere Luft. Sogar zweistellige Temperaturen sollen drin sein. Mitte März soll es zwar noch einmal kühler werden, aber ich bin mir sicher, dass der Frühling danach endgültig kommt. Wie sieht es bei euch aus? Hattet ihr mit dem extremen Kälteeinbruch Probleme?

(Futter-) Pflanzenbestimmung mit Google Lens

Als verantwortungsbewusster Halter möchte man seine Schildkröte so abwechslungsreich wie möglich füttern, damit sie alle nötigen Nährstoffe bekommt und sich gut entwickeln kann. Immer wieder schaut man sich nach neuen Pflanzen um. Doch wenn man dann eine neue Pflanze entdeckt hat stellt sich zwangsweise die Frage: Was für eine Pflanze ist das eigentlich und kann ich sie an meine Schildkröte verfüttern? Einschlägige Internet-Foren und Facebook-Seiten sind voll mit eingesendeten Fotos und eben jenen Fragen. Teilweise werden sie geduldig beantwortet, doch manchmal wird einfach nur auf Literatur verwiesen.

Bildquelle: heise.de

Eine große Hilfe könnte in naher Zukunft von Google kommen. Google Lens heißt die Wunderwaffe. Lens ist ein Bildanalyse-Tool, dass unter anderem in der Lage sein soll fotografierte Pflanzen zu erkennen und einem dann eine passende Beschreibung dazu auszuspucken. Wie das in der Praxis genau aussieht ist derzeit aber noch unklar. Bislang war das Tool lediglich für Besitzer eines Google Smartphones als Testphase vorbehalten. In den kommenden Wochen soll Google Lens jedoch für alle Android- und iOS-Besitzer zur Verfügung gestellt werden. Es wird sowohl in „Fotos“ als auch in „Assistant“ enthalten sein. Bei letzterem jedoch mit der Einschränkung, dass die Systemsprache auf Englisch eingestellt sein muss. Für „Fotos“ ist mir bislang keine solche Einschränkung bekannt, sodass das Tool auch für alle verwendbar sein müsste.

Wenn Lens verfügbar ist, werde ich es definitiv testen und für euch einen kleinen Erfahrungsbericht zusammen stellen. Sollte die Pflanzenbestimmung damit so leicht sein wie es klingt, dann könnte zumindest die Frage um welche Pflanze es sich handelt leicht geklärt werden, ohne dabei auf ein botanisches Bestimmungsbuch zurückgreifen zu müssen. Dann muss man nur noch heraus finden, ob die Pflanze für Schildkröten fressbar ist oder nicht.

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