Archiv der Kategorie: Wissenschaft und Forschung

Beiträge über aktuelle Forschungen und wissenschaftliche Erkentnisse über Schildkröten und deren Evolution

Roboter Schildkröte soll Kindern Respekt beibringen

Es klingt ein wenig kurios, doch es hat einen durchaus ernsten Hintergrund. Studien aus Japen zeigen, dass Kinder immer respektloser mit Robotern umgehen und ihre Grenzen an ihnen austesten. Hauptgründe sind Neugier, Spaß und Gruppenzwang. Roboter werden geschubst, getreten und regelrecht gemobbt.  Dies könnte in Zukunft zu Problemem führen, wenn teure Roboter in ihrer Arbeit sabotiert oder kaputt gemacht werden.

Eine kleine Roboter Schildkröte namens Shelly, soll kleinen Kindern den respektvollen Umgang mit Robotern beibringen. Sensoren im Panzer messen, ob die Schildkröte gerade liebevoll behandelt oder geschlagen wird. Bei ersterem leuchten kleine Lampen in bunten Farben, während sie bei unsanfter Behandlung rot wird und die Schildkröte für 14 Sekunden den Kopf einzieht und so lange eine Interaktion verweigert.

Schildkröte Shelly (Bild: Naver Labs)

(Futter-) Pflanzenbestimmung mit Google Lens

Als verantwortungsbewusster Halter möchte man seine Schildkröte so abwechslungsreich wie möglich füttern, damit sie alle nötigen Nährstoffe bekommt und sich gut entwickeln kann. Immer wieder schaut man sich nach neuen Pflanzen um. Doch wenn man dann eine neue Pflanze entdeckt hat stellt sich zwangsweise die Frage: Was für eine Pflanze ist das eigentlich und kann ich sie an meine Schildkröte verfüttern? Einschlägige Internet-Foren und Facebook-Seiten sind voll mit eingesendeten Fotos und eben jenen Fragen. Teilweise werden sie geduldig beantwortet, doch manchmal wird einfach nur auf Literatur verwiesen.

Bildquelle: heise.de

Eine große Hilfe könnte in naher Zukunft von Google kommen. Google Lens heißt die Wunderwaffe. Lens ist ein Bildanalyse-Tool, dass unter anderem in der Lage sein soll fotografierte Pflanzen zu erkennen und einem dann eine passende Beschreibung dazu auszuspucken. Wie das in der Praxis genau aussieht ist derzeit aber noch unklar. Bislang war das Tool lediglich für Besitzer eines Google Smartphones als Testphase vorbehalten. In den kommenden Wochen soll Google Lens jedoch für alle Android- und iOS-Besitzer zur Verfügung gestellt werden. Es wird sowohl in „Fotos“ als auch in „Assistant“ enthalten sein. Bei letzterem jedoch mit der Einschränkung, dass die Systemsprache auf Englisch eingestellt sein muss. Für „Fotos“ ist mir bislang keine solche Einschränkung bekannt, sodass das Tool auch für alle verwendbar sein müsste.

Wenn Lens verfügbar ist, werde ich es definitiv testen und für euch einen kleinen Erfahrungsbericht zusammen stellen. Sollte die Pflanzenbestimmung damit so leicht sein wie es klingt, dann könnte zumindest die Frage um welche Pflanze es sich handelt leicht geklärt werden, ohne dabei auf ein botanisches Bestimmungsbuch zurückgreifen zu müssen. Dann muss man nur noch heraus finden, ob die Pflanze für Schildkröten fressbar ist oder nicht.

Klimawandel: Schlüpfen irgendwann nur noch weibliche Schildkröten?

Die Auswirkungen des Klimawandels auf Schildkröten sind noch nicht gänzlich geklärt, lassen aber böses vermuten. BBC, Der Spiegel oder die Washington Post schockieren gerade mit Überschriften in denen es heißt, dass wegen des Klimawandels 99% der geschlüpften Meeresschildkröten Weibchen sind und nur noch 1% Männchen. Anlass ist ein in „Current Biology“ veröffentlichter Artikel von Jensen et al., bei dem die Ergebnisse von Untersuchungen am Great Barrier Reef in Australien vorgestellt werden, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.

Untersucht wurden 3 Gebiete entlang des Great Barrier Reef an denen Suppenschildkröten Chelonia mydas nisten. Eins am nördlichen, eins am südlichen Ende des Riffs und eins auf den Korallenmeerinseln. Auf der Karte unten sind die Gebiete eingezeichnet. Im kühleren Süden lag der Anteil an Weibchen bei 65%-69%, wohingegen der Anteil im wärmeren Norden bei 99,1% bei juvenilen, 99,8% bei semi-adulten und 86,8% bei adulten, also geschlechtsreifen, Schildkröten lag. Demnach wäre also ein klarer Trend für einen höheren Anteil an Weibchen in wärmeren Gebieten zu erkennen. Das Geschlecht von Schildkröten ist abhängig von der Temperatur im Ei. Aus kühleren Eiern schlüpfen Männchen und aus wärmeren Weibchen. Diese Tatsache würde die Annahme bestätigen, dass mit steigenden Temperaturen künftig deutlich mehr Weibchen schlüpfen werden als heutzutage.

Quelle: „Environmental Warming and Feminization of One of the Largest Sea Turtle Populations in the World“ by Jensen et al.

Die Autoren merken aber auch an, dass die Untersuchungsmethode gerade bei den juvenilen Tieren mitunter recht ungenau sein könnte. Die einzige Methode das Geschlecht eindeutig zu bestimmen liegt in der Untersuchung der Geschlechtsdrüse, welche nur bei toten Tieren gemacht werden kann. Da es ethisch verwerflich gewesen wäre Tiere dafür zu töten, wurden lediglich bereits tote Tiere untersucht, die hauptsächlich Krähenkolonien zum Opfer gefallen sind. Das eigentliche Verhältnis von männlichen zu weiblichen Schildkröten könnte daher durchaus verzerrt sein. Darüber hinaus wird angemerkt, dass der hohe Anteil an Weibchen auch andere Gründe haben könnte. Die Population im Norden war in der Vergangenheit stark geschrumpft und es könnte sein, dass die Natur auf andere Weise Einfluss ausübt und mehr Weibchen schlüpfen, um die Population zu stabilisieren.

Desweiteren ist völlig unklar wie die Zukunft der Schildkröten aussieht. Schildkröten gab es vor den Dinosauriern. In den über 200 Millionen Jahren gab es auf der Erde immer wieder verschiedenste klimatische Bedingungen. Ich persönlich habe die Hoffnung, dass Schildkröten weiterhin überleben werden, obwohl sie sich nur vergleichsweise langsam an die klimatischen Änderungen anpassen können.

Quelle: Jensen et al., „Environmental Warming and Feminization of One of the Largest Sea Turtle Populations in the World“ in Current Biology , Volume 28 , Issue 1 , 154 – 159.e4.

Automatisches Überwinterrungssystem für Schildkröten holt 1. Platz bei Jugend Forscht

Zwei Zehntklässler aus Halle haben beim Jugend Forscht Wettbewerb mit ihrem Projekt „SmartTurtleCooling“ den ersten Platz im Landeswettbewerb belegt.

Im wesentlichen handelt es sich bei der Entwicklung um eine mit Sensoren ausgestatteten Box zur Überwinterung. Die Sensoren messen Temperatur und Luftfeuchtigkeit, die dann an die Schildkröten angepasst reguliert werden können. Die Daten können dabei vom Smartphone aus beobachtet werden. Obendrein verfügt die Box über eine integrierte Webcam.

SmartTurtleCooling wurde zusammen mit dem Bergzoo Halle entwickelt. Die beiden Schüler haben sich mit ihrer Erfindung für den Bundeswettbewerb qualifiziert, der vom 25.-28. Mai stattfinden wird. Bilder der Box findet ihr unter nachfolgendem Link.

Quelle: Halle Spektrum – Schüler entwickeln vollautomatische und appgesteuerte Überwinterungsmöglichkeit für Schildkröten