Archiv der Kategorie: Wissenschaft und Forschung

Beiträge über aktuelle Forschungen und wissenschaftliche Erkentnisse über Schildkröten und deren Evolution

Geruchssinn der Schildkröte – Was schildkröten alles riechen können

Über den Geruchssinn der Schildkröte hatte ich in der Vergangenheit schon berichtet, dass Schildkröten besser riechen als Hunde. Grund zu der Annahme ist die deutlich höhere Anzahl an Geruchsrezeptor Genen im Vergleich zu Hunden. Schildkröten sollen demnach in der Lage sein feinere Nuancen wahr zu nehmen. In diesem Beitrag berichte ich darüber was sie ihnen ihr Geruchssinn über Artgenossen sagt und welche Fähigkeiten ihnen ihre Nase verleiht.

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Schimpansen fressen Schildkröten

Diese Nachricht klingt für uns Schildkröten-Halter erstmal grausam und erschreckend. Schimpansen fressen Schildkröten. Doch durch die Beobachtung dieses Verhaltens ergaben sich auch einige spannende Erkenntnisse über unsere haarigen Verwandten.

Quelle: Pixabay

Im Loango Nationalpark in Gabun haben deutsche Forscher der Universität Osnabrück und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie die Affen wiederholt dabei beobachtet, wie sie die Schildkröten gegen einen Baum schlugen, um sie zu knacken. Dies geschah nicht einfach so aus Spaß, es ging den Schimpansen dabei um das Fleisch. Ist ein Tier zu schwach, gibt es die Aufgabe an einen Stärkeren weiter und das Essen wird geteilt.

Der Interessanteste Teil ist die Beobachtung, dass eines der Männchen eine Schildkröte nur zur Hälfte gegessen hatte und diese dann in einer Astgabel lagerte, um sie am nächsten Morgen weiter zu verspeisen. Es mag banal wirken, doch es ist kognitiv eine sehr große Leistung vorausschauend zu denken und sich etwas für die Zukunft aufzuheben.

Für hart gesottene gibt es auch ein Video

Von Schildkröten Panzer inspirierte Pille für Diabetiker

Derzeit wird an einer besonderen Pille für Diabetiker geforscht, die Patienten mit Insulin versorgen soll. Es handelt sich dabei um eine Pille mit einer kleinen Nadel, welche geschluckt werden soll und die sich dann an der Magenwand festsetzt, um dort das Insulin freigibt. Das Besondere an der Pille ist dabei die Form. Sie ist dem Panzer der Pantherschildkröte (Stigmochelys pardalis) nachempfunden. Die Form des Panzers ermöglicht es der Pantherschildkröte sich schnell wieder herumzudrehen, wenn diese auf dem Rücken gelangt ist. Bei der Insulinpille bewirkt die Form, dass sich die Pille automatisch ausrichtet und sich so in der Magenwand festsetzen kann.

Erste Tests bei Schweinen liefen sehr positiv. Die Tests sollen noch ausgeweitet werden und man geht davon aus, dass in drei Jahren erste Tests bei Menschen gemacht werden können. Die Pille könnte Diabetikern helfen ihre Medikamente zu nehmen, die Angst vor Nadeln oder den Schmerzen haben.

In folgendem Video ist zu sehen, wie die Pille funktioniert. (ab ca. 1:20)

Schildkröten Urahn hatte Krebs

Untersuchungen eines 240 Millionen Jahre alten Fossils von Pappochelys rosinae ergaben, dass das Tier einen Tumor hatte. Bei dem Fossil handelt es sich um einen Urahnen der Schildkröten und beweist nun, dass es Krebserkrankungen schon vor den Dinosauriern gab. Es ist möglich, dass diese auch daran erkranken konnten. Bei dem diagnostizierten Tumor handelt es sich um einen Knochenkrebs am Oberschenkel. Das interessante ist, dass diese Krebsform auch beim Menschen bekannt ist. Man hofft nun durch neue Erkenntnisse Behandlungsmöglichkeiten des Tumors zu finden.

Langes Leben steckt Schildkröten in den Genen

Es ist nun schon 6 Jahre her, dass die letzte Pinta Riesenschildkröte (Chelonoidis abingdonii) Lonesome George gestorben ist. Auch nach all der Zeit verrät uns die vermutlich berühmteste Schildkröte der Welt das ein oder andere Geheimnis. In der Fachzeitschrift Nature erschien jetzt das Ergebnis neuerer DNA-Untersuchungen. Langes Leben steckt Schildkröten in den Genen weiterlesen

Roboter Schildkröte soll Kindern Respekt beibringen

Es klingt ein wenig kurios, doch es hat einen durchaus ernsten Hintergrund. Studien aus Japen zeigen, dass Kinder immer respektloser mit Robotern umgehen und ihre Grenzen an ihnen austesten. Hauptgründe sind Neugier, Spaß und Gruppenzwang. Roboter werden geschubst, getreten und regelrecht gemobbt.  Dies könnte in Zukunft zu Problemem führen, wenn teure Roboter in ihrer Arbeit sabotiert oder kaputt gemacht werden.

Eine kleine Roboter Schildkröte namens Shelly, soll kleinen Kindern den respektvollen Umgang mit Robotern beibringen. Sensoren im Panzer messen, ob die Schildkröte gerade liebevoll behandelt oder geschlagen wird. Bei ersterem leuchten kleine Lampen in bunten Farben, während sie bei unsanfter Behandlung rot wird und die Schildkröte für 14 Sekunden den Kopf einzieht und so lange eine Interaktion verweigert.

Schildkröte Shelly (Bild: Naver Labs)

(Futter-) Pflanzenbestimmung mit Google Lens

Als verantwortungsbewusster Halter möchte man seine Schildkröte so abwechslungsreich wie möglich füttern, damit sie alle nötigen Nährstoffe bekommt und sich gut entwickeln kann. Immer wieder schaut man sich nach neuen Pflanzen um. Doch wenn man dann eine neue Pflanze entdeckt hat stellt sich zwangsweise die Frage: Was für eine Pflanze ist das eigentlich und kann ich sie an meine Schildkröte verfüttern? Einschlägige Internet-Foren und Facebook-Seiten sind voll mit eingesendeten Fotos und eben jenen Fragen. Teilweise werden sie geduldig beantwortet, doch manchmal wird einfach nur auf Literatur verwiesen.

Bildquelle: heise.de

Eine große Hilfe könnte in naher Zukunft von Google kommen. Google Lens heißt die Wunderwaffe. Lens ist ein Bildanalyse-Tool, dass unter anderem in der Lage sein soll fotografierte Pflanzen zu erkennen und einem dann eine passende Beschreibung dazu auszuspucken. Wie das in der Praxis genau aussieht ist derzeit aber noch unklar. Bislang war das Tool lediglich für Besitzer eines Google Smartphones als Testphase vorbehalten. In den kommenden Wochen soll Google Lens jedoch für alle Android- und iOS-Besitzer zur Verfügung gestellt werden. Es wird sowohl in „Fotos“ als auch in „Assistant“ enthalten sein. Bei letzterem jedoch mit der Einschränkung, dass die Systemsprache auf Englisch eingestellt sein muss. Für „Fotos“ ist mir bislang keine solche Einschränkung bekannt, sodass das Tool auch für alle verwendbar sein müsste.

Wenn Lens verfügbar ist, werde ich es definitiv testen und für euch einen kleinen Erfahrungsbericht zusammen stellen. Sollte die Pflanzenbestimmung damit so leicht sein wie es klingt, dann könnte zumindest die Frage um welche Pflanze es sich handelt leicht geklärt werden, ohne dabei auf ein botanisches Bestimmungsbuch zurückgreifen zu müssen. Dann muss man nur noch heraus finden, ob die Pflanze für Schildkröten fressbar ist oder nicht.