Unser Männchen Amadeus

Amadeus. Unsere männliche Griechische Landschildkröte

Darf ich vorstellen? Das ist Amadeus – unser Männchen. Er ist der Hahn im Korb und teilt sich das Gehege mit zwei Weibchen. Als Fundtier kam die Griechische Landschildkröte vor fast 40 Jahren zu uns in die Familie. Bekannte meiner Großeltern fanden das Tier damals bei einem Waldspaziergang. Scheinbar wurde es einfach ausgesetzt oder ist ausgebrochen. Heute kann man das nicht mehr sagen. Da meine Großeltern zu dem Zeitpunkt schon zwei Schildkröten besaßen, wandten sich deren Bekannte an sie. „Kommt schnell, sie ist schon ganz kalt.“, hieß es damals. Meine Großeltern holten die Schildkröte ab und nahmen sie bei sich auf. Aus den Erzählungen vermute ich, dass sie ca. 5 Jahre alt gewesen sein muss. Damit ist Amadeus schon über 40 Jahre alt.

Anfangs musste er alleine gehalten werden, da er noch deutlich kleiner war als die beiden Hausherrinnen. Zudem hätte er auch einfach durch die Umzäunung hindurchschlüpfen können und brauchte daher eine passendere Umzäunung. Mein Opa legte das Gehege an und bastelte ihm ein kleines Häuschen, in dass sich Amadeus abends gerne zurück zog. Damals wurde er noch wie die beiden Damen auf den Namen Amanda getauft. Das es sich bei dem Neuankömmling um ein Männchen handelte, stellte sich erst einige Jahre später heraus als die räumliche Trennung aufgehoben wurde und die Schildkröte ordentlich gewachsen war. Sie wurde in Amadeus umbenannt, wird aus Gewohnheit aber teilweise immer noch Amanda genannt. Amanda hat sich in unserer Familie regelrecht zu einem Synonym für das Wort Schildkröte entwickelt.

Testbericht: Landschildkröten – Futterpflanzen von Ricarda Schramm

Wer seine Schildkröte artgerecht ernähren und ihr ein gesundes Leben ermöglichen möchte, der muss sich Wissen über möglichst viele verschiedene Futterpflanzen aneignen. Suche und Bestimmung geeigneter Futterpflanzen für Schildkröten ist gerade für Laien nicht unbedingt eine leichte Aufgabe. Zum Glück gibt es Bücher, die einem dabei helfen möchten. Eins dieser Bücher „Landschildkröten-Furrerpflanzen“ von Ricarda Schramm habe ich mal getestet.

Diese kleine Rezension bezieht sich auf die 2. Auflage des Buches. Es ist schon ein paar Jahre her, als ich es mir geholt habe. Mittlerweile gibt es eine überarbeitete 3. Auflage.
In dem Buch „Landschildkröten – Futterpflanzen“ beschreibt die Autorin vorne weg, was sie unter einer naturnahen und artgerechten Fütterung versteht, bevor sie sich den Futterpflanzen widmet.

Jede der Futterpflanzen wird auf einer eigenen Seite kurz beschrieben. Zu jeder Pflanze sind mehrere Fotos abgebildet, die sie als ganzes, sowie Blüten und Blätter im Einzelnen zeigen. Die Gestaltung der Seiten ist sehr übersichtlich und es werden viele nützliche Infos geliefert. Was mir dabei sehr gut gefällt ist, dass zu den lateinischen Namen auch mehrere alternative, umgangssprachliche Namen aufgezählt werden und das eine kurze Beschreibung gegeben wird wo die Pflanzen üblicherweise zu finden sind und wann sie blühen.

Mit Hilfe des Buches ist es ebenfalls möglich gefundene Pflanzen gezielt zu bestimmen, denn vorne im Buch ist ein kleiner Bestimmungsschlüssel. Dieser ist einfach gehalten und funktioniert über die Blüten der Pflanze. Das ist vorteilhaft für Laien und sorgt dafür, dass das Buch handlich bleibt, hat aber den kleinen Nachteil, dass für eine Pflanzenbestimmung zwingend die Blüte erforderlich ist.

Abgeschlossen wird das Buch mit einem Kapitel über giftige Pflanzen, die man auf keinen Fall füttern darf und die man aus dem Gehege heraushalten sollte.

Fazit

Rating: 4.5 out of 5.

Alles in allem ist das mit mehreren hundert Bildern gespickte Buch in meinen Augen eine runde Sache und sehr empfehlenswert. Dafür, dass es so klein und handlich ist, wird eine Fülle an Informationen geboten, ohne dass der Leser den Überblick verliert. Einziges Manko ist die Notwendigkeit der Blüten für eine eindeutige Bestimmung. Allerdings ist dies auch verständlich, da der Bestimmungsschlüssel sonst derart hätte erweitert werden müssen, dass er mindestens die Hälfte des Buches ausgemacht hätte.

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Villa Amandas Schildkröte des Jahres 2020 – Carolina-Dosenschildkröte

Die Carolina-Dosenschildkröte (Terrapene carolina) ist eine Art der Gattung Dosenschildkröte. Innerhalb der Unterordnung der Halsberger-Schildkröten (Cryptodira) gehört sie zur Familie der Neuwelt-Sumpfschildkröten (Emydidae). Obwohl sie gemeinhin auch als Gewöhnliche Dosenschildkröte bezeichnet wird, ist sie alles andere als bloß eine gewöhnliche Schildkröte, denn sie hat so einige, teils eklige, Tricks auf Lager. In mancher Hinsicht ähnelt sie sogar unseren geliebten Griechischen Landschildkröten.

Aussehen

Mit gerade einmal 10-20 cm Panzerlänge, ist die Carolina-Dosenschildkröte eine sehr kleine Art. Der Rückenpanzer ist stark gewölbt und lässt sie wie eine kleine Dose aussehen. Zusätzlich haben alle Dosenschildkröten Scharniere am Bauchpanzer, welche hochgeklappt werden können, sodass der Panzer rundherum verschlossen ist. Während der Bauchpanzer mehr oder minder einfarbig braun bzw. dunkel ist, weisen der Rückenpanzer, Kopf und Beine, je nach Unterart, eine leuchtende Farbgebung mit teils fleckigen oder streifigen Mustern auf. Männchen und Weibchen lassen sich auf Grund der Augen voneinander unterscheiden. Männchen haben in der Regel nämlich eine rote Iris.

Carolina-Dosenschildkröte (Terrapene carolina carolina) Matt Reinbold https://www.flickr.com/photos/furryscalyman/ / CC BY-SA
Golfküsten-Dosenschildkröte (Terrapene carolina major)
Dreizehen-Dosenschildkröte (Terrapene carolina triunguis) Carnopod / Public domain
Yucatan-Dosenschildkröte (Terrapene carolina yucatana) Maximilian Paradiz / CC BY
Mexikanische Dosenschildkröte (Terrapene carolina mexicana) Jopparn / CC BY-SA

Verbreitung

Die Carolina-Dosenschildkröte kommt fast in der gesamten Osthälfte der USA vor. Vom Süden Floridas bis hoch zum südlichen Teil von Maine und in Michigan bis über die Grenze Kanadas. Das wirkt zwar auf den ersten Blick sehr nördlich, liegt aber in etwa auf gleicher Linie mit der nördlichsten Ausbreitung der Griechischen Landschildkröte in Kroatien. In Texas, Oklahoma und Kansas erreicht sie ihre westlichste Ausbreitung. Damit kommt sie wie die Griechische Landschildkröte hauptsächlich in Subtropischen Gebieten vor, mit einigen Ausläufern in kühlgemäßigten Gebieten.

Ihr Lebensraum sind überwiegend feuchtere Gebiete wie feuchte Wiesen oder Schwemmland. Sie kommen aber auch in Wäldern und Buschwerk vor .

Verhalten

Obwohl die Dosenschildkröte zu den Sumpfschildkröten zählt, führt sie hauptsächlich ein terrestrisches Leben und ist nicht gerade als guter Schwimmer bekannt. Als Allesfresser frisst sie sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung. Diese besteht aus Würmern, Schnecken, Pilzen, Wildbeeren und manchmal sogar Aas.

Die aktivste Zeit ist in den Morgenstunden oder nach einem Regen. Das ist auch die Zeit in der sie vornehmlich auf Futtersuche geht. In den heißen Sommermonaten zieht sie sich in feuchtere Gebiete zurück, um sich abzukühlen. Wenn die Körpertemperatur über 32° Celsius erreicht, speichelt sie Kopf und Vorderbeine ein, um sich durch die Verdunstung abzukühlen. Um den gleichen Kühlungseffekt für die Hinterbeine zu erreichen, pinkelt sich die Dosenschildkröte ein.

Paarung findet hauptsächlich im Frühjahr statt, zieht sich aber bis in den Herbst hinein. Das Ritual ist ähnlich zu dem der Griechischen Landschildkröte. Das Männchen umkreist das Weibchen in einer ersten Phase und beißt es, bis es stehen bleibt. In der zweiten Phase steigt das Männchen auf und beginnt mit dem eigentlichen Paarungsakt. Die Eiablage findet zwischen Mai und Juni statt. Ein Weibchen legt dabei 1-11 Eier, die nach 70-80 Tagen ausgebrütet sind. Ebenfalls wie die Griechische Landschildkröte, können die Weibchen nach einer erfolgreichen Paarung viele Jahre lang befruchtete Eier legen, ohne sich erneut paaren zu müssen.

In den nördlichen Habitaten machen die Tiere in den kalten Monaten zwischen Oktober/November und Februar/März eine Winterstarre. Dazu graben sie sich in lockere Erde oder Schlamm, nutzen hin und wieder aber auch Bauten von Säugetieren, um darin zu überwintern.

Haltung

Dosenschildkröten werden in den USA schon seit über 100 Jahren als Haustiere gehalten. Hierzulande können sie mit der entsprechenden Technik auch gehalten werden. Sie brauchen auf jeden Fall aber ein größeres, seichtes Wasserbecken zum abkühlen und idealerweise eine hohe Luftfeuchtigkeit von mindestens 60%. Letzteres gilt zumindest für die Zeit außerhalb des Sommers. Ein Frühbeet oder Gewächshaus mit der entsprechenden Technik ist dann unumgänglich. Außerhalb des Sommers müssen Dosenschildkröten, je nach Unterart, gegebenenfalls in einem Großraumterrarium oder einem gut beheizten Gewächshaus unter gebracht werden.

Gefährdungsstatus

Natürliche Feinde der Dosenschildkröte sind Raubtiere wie Füchse oder Waschbären, die die Nester rauben oder die Schlüpflinge fressen. Eine adulte Dosenschildkröte hat kaum Feinde. Dadurch, dass sie den Panzer komplett einklappen können, sind sie gut geschützt und nur schwer zu knacken, wie das Beispiel eines Waschbären zeigt, der großes Interesse an der Schildkröte zeigt.

Die größte Gefahr stellt der Mensch dar. Nicht nur durch die Wegnahme von Lebensräumen, sondern zum großen Teil auch durch den Straßenverkehr. Dosenschildkröten halten sich gerne in der Umgebung von Highways auf und nicht selten werden die Tiere sogar absichtlich überfahren.

Trotz des großen Verbreitungsgebietes wird die Gewöhnliche Dosenschildkröte von der IUCN als gefährdert eingestuft.

Trivia

Die Nominatform der Carolina -Dosenschildkröte Terrapene carolina carolina, in den USA als eastern box turtle bekannt, ist das Staatsreptil der US-Bundesstaaten North Carolina und Tennessee. In Pennsylvania und Virginia gab es ebenfalls Anträge dafür, die jedoch abgelehnt wurden. Darüber hinaus ist die Dreizehen-Dosenschildkröte Terrapene carolina triunguis, das Staatsreptil von Missouri.

Dosenschildkröten sind dafür bekannt, dass sie sehr alt werden können. Je nach Quelle erreichen sie in freier Wildbahn ein Alter zwischen 40 und 50 Jahren. In Gefangenschaft können sie jedoch über 100 Jahre alt werden. Doch auch in freier Wildbahn wurden schon Tiere entdeckt, die 130 Jahre oder gar noch mehr auf dem Buckel hatten.

Quellen:
Davidson Lands Conservancy – Eastern Box Turtle
UNCW Island Ecology 2011 – Eastern Box Turtle
Lori Erb – Eastern Box Turtle Conservation Plan for Massachusetts
Wikipedia – Carolina-Dosenschildkröte
Wikipedia – Common box turtle
Penn Live Patriot News – Another really old turtle found in Pennsylvania
IUCN Redlist – Terrapene carolina
Titelbild: Doug Letterman / CC BY

Ungewöhnlich viel Sonne zum Saisonstart

Der Frühling ist längst da und die Schildkröten schon eine ganze Weile aus der Winterstarre zurück. Trotz eines extrem milden Winters, der mit 5,9 Grad stolze 3 Grad über dem langjährigen Mittel von 1981-2010 lag, kamen diese etwas später an die Oberfläche als letztes Jahr. Dort erwartete sie vor allem eins: Sonne, Sonne und noch mehr Sonne.

Während der März mit fast 2/3 mehr Sonnenstunden aufwartete, legte der April nochmal eine Schippe drauf und trumphte mit fast 3/4 mehr Sonnenstunden im Vergleich zum langjährigen Mittel auf. 290 Sonnenstunden gab es bei uns im Rheinland im April. War der März noch etwas feuchter als normal, war der April leider extrem trocken. Gerade einmal 36% der üblichen Regenmenge kamen herunter (Das meiste davon erst in den letzten 3 Tagen), sodass der sprichwörtlich wechselhafte April dieses Jahr sehr konstant war. Für unsere Böden ist es schlecht, die Schildkröten fanden es schön und zeigten sich sehr aktiv. Dabei sind natürlich sehr viele schöne Fotos entstanden.

Leider kann ich erstmal keine aktuellen Bilder unserer adulten Schildkröten zeigen. Wegen der Einschränkungen durch die „Corona“-Pandemie, kann ich dort derzeit nicht vorbei schauen. Ich kann aber berichten, dass die großen Schildkröten nicht weniger aktiv sind als die Kleinen. Sie fressen viel und das Männchen ist schon ordentlich hinter den Weibchen her. Es gab schon einige Paarungen und in den nächsten Tagen oder Wochen, je nachdem wie sich das Wetter jetzt ändert, dürfte es auch die ersten Gelege geben. Gebrütet wird dieses Jahr aber voraussichtlich nicht, da ich noch eine Hand voll Nachzuchten habe. Stattdessen werde ich mir wieder die Frage stellen, ob ich die Eier mal probieren soll, oder ob ich sie wieder einfach entsorge. Wer schonmal welche gegessen hat, kann mir ja gerne berichten. Bisher habe ich mir sagen lassen, dass sie nicht so gut schmecken sollen.

Ich hoffe euch und euren Schildkröten geht es so gut wie uns. Lasst euch durch die aktuellen Beschränkungen nicht irre machen und bleibt gesund.

Neue Unterart der Fransenschildkröte entdeckt

Die Fransenschildkröte, auch als Mata-Mata bekannt, mag vielleicht nicht jeder kennen, wegen ihres skurrilen Aussehens zählt sie jedoch zu den bekannteren Schildkröten Arten. Bisher wurde lediglich eine einzige Art beschrieben, doch große optische Unterschiede zwischen einzelnen Populationen veranlassten Wissenschaftler dazu genauer hin zu sehen.

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Schildkröten Fakt zum Wochenende #15

Nach langer Zeit kommt hier mal wieder ein kleiner Fakt zum Wochenende. Dieses Mal geht es um eine einzigartige Eigenschaft von Schildkröten. Schildkröten sind nämlich die einzigen Reptilien, die einen anapsiden Schädel haben. Das bedeutet, dass sie keine Schädelfenster besitzen.

Anapsider Schädel
Synapsider Schädel
Diapsider Schädel

In der Vergangenheit gab es durchaus weitere Reptilien mit anapsiden Schädeln, die alle ausgestorben sind, und wahrscheinlich war dies der ursprüngliche Schädeltyp. Schildkröten machten jedoch wahrscheinlich die umgekehrte Entwicklung. Vollständig geklärt ist das meines Wissens aber noch nicht. Je nach untersuchten Fossilien, gibt es da gegensätzliche Hinweise.

Und mit diesem neu erworbenem Wissen wünsche ich euch ein schönes Wochenende.

Quellen:
Wikipedia – Schädeltypen der Amnioten
Chiari et al. – Phylogenomic analyses support the position of turtles as the sister group of birds and crocodiles (Archosauria)

Alles rund ums Thema griechische Landschildkröte (Testudo hermanni boettgeri)