Archiv der Kategorie: skurriles

Bizarres, skurriles und verwunderliches über Schildkröten.

„Sprechende“ Schildkröte gezüchtet

Es ist eine absolute Sensation! Auf der zu Tansania gehörenden Insel Zanzibar schlüpfte Anfang des Jahres eine „sprechende“ Schildkröte.

Eigentlich sind Schildkröten sehr schweigsame Tiere. Fast alle Arten geben lediglich bei der Paarung oder bei Bedrohung Laute von sich. Selbst der ein oder andere unerfahrene Halter ist überrascht wenn er erfährt, dass Schildkröten überhaupt Töne von sich geben können. Dabei haben millionen Menschen sie schon als Raptoren in Jurassic Park gehört. Die Unechten Karettschildkröten von Zanzibar sind jedoch nicht so schweigsam. Sie sind bekannt dafür, erheblich ausgeprägtere Quiek- bzw. Brumm- und Zischlaute zu machen als deren Artgenossen aus dem Rest der Welt und beschränken diese nicht nur auf oben genannte Situationen. Es ist nicht so als würden sie ständig Laute von sich geben, doch wenn man auf Zanzibar einem der schönen Tiere begegnet, ist die Wahrscheinlichkeit vergleichsweise hoch ein Brummen oder Zischen zu hören. Für die Einheimischen ist es normal, Touristen empfinden die Laute jedoch oft als bedrohlich und erschrecken sich im ersten Moment. Dabei sind die Tiere vollkommen friedlich.

Genetisch gesehen sind Schildkröten eine Schwestergruppe der Krokodile und Vögel. Daher ist es nicht gänzlich abwägig, dass die Evolution auch ihnen die Möglichkeit gibt sich sprachlich weiter zu entwickeln, so wie einige Vogelarten es taten. Wissenschaftler rätseln jedoch noch, wieso sich die „Sprache“ der Schildkröten weiter entwickelt und wieso das ausgerechnet bei denen der Fall ist, die an den Stränden Zanzibars nisten. Weder bei Artgenossen noch bei anderen Schildkrötenarten konnte dies je beobachtet werden.

Im Mnarani Marine Turtle Conservation Pond in Nungwi auf Zanzibar kümmert man sich mit Hingabe um den Erhalt bedrohter Meeresschildkröten. An den Strand kommen unter anderem Unechte Karettschildkröten und Grüne Meeresschildkröten, um dort ihre Eier abzulegen. Die gelegten Eier werden teils vor Ort am Strand geschützt und teils ausgegraben und künstlich bebrütet. Durch den stetig wachsenden Tourismus auf der Insel ist letzteres leider immer häufiger nötig, da die Eier nicht ausreichend vor den Menschen geschützt werden können. Zusätzlich wurde in der Einrichtung ein Zuchtprogramm gestartet. Ein Teil der Schlüpflinge wird dort eine Weile hochgepeppelt, bevor sie kontrolliert in die Wildnis entlassen werden. Dabei stellte sich eines der Tiere als besonderes Sprachtalent mit sehr differenzierten Lauten heraus. Es macht sogar den Anschein als versuchte die Schildkröte menschliche Laute zu imitieren. Viel mehr als ein dumpfes „April, April!“ bekommt sie bislang jedoch nicht heraus.

Roboter Schildkröte soll Kindern Respekt beibringen

Es klingt ein wenig kurios, doch es hat einen durchaus ernsten Hintergrund. Studien aus Japen zeigen, dass Kinder immer respektloser mit Robotern umgehen und ihre Grenzen an ihnen austesten. Hauptgründe sind Neugier, Spaß und Gruppenzwang. Roboter werden geschubst, getreten und regelrecht gemobbt.  Dies könnte in Zukunft zu Problemem führen, wenn teure Roboter in ihrer Arbeit sabotiert oder kaputt gemacht werden.

Eine kleine Roboter Schildkröte namens Shelly, soll kleinen Kindern den respektvollen Umgang mit Robotern beibringen. Sensoren im Panzer messen, ob die Schildkröte gerade liebevoll behandelt oder geschlagen wird. Bei ersterem leuchten kleine Lampen in bunten Farben, während sie bei unsanfter Behandlung rot wird und die Schildkröte für 14 Sekunden den Kopf einzieht und so lange eine Interaktion verweigert.

Schildkröte Shelly (Bild: Naver Labs)

Enteneier für den Schutz von Schildkröten

Yoeung Sun, Leiter des Projekts Schildkröte von Conservation International (CI), benötigt Enteneier um die Cantors Riesen-Weichschildkröte Pelochelys cantorii schützen zu können.

Pelochelys cantorii

In Kambodscha galt die Cantors Riesen-Weichschildkröte bereits als ausgestorben, bis man 2007 wieder Exemplare fand. Seit dem versucht CI am Mekong Strom die verbliebene Population wieder zu vergrößern.

Ein großes Hindernis ist dabei der Mensch, welcher sich gerne von den Eiern ernährt. Ein Programm wurde gestartet, bei dem die Finder von Schildkröteneiern im Austausch gegen diese bezahlt werden sollte. Dies kann man sich nun leider nicht mehr in vollem Umfang leisten, weswegen die dort ansässigen Menschen die Eier wieder für den Verzehr ausbuddeln.

Doch Yeoung Sun kam die rettende Idee. Für die Schildkröteneier sollen die Finder im Tausch die gleiche Anzahl an Enteneiern für den Verzehr bekommen. Langsam findet ein Wandel in der Bevölkerung statt. Durch den Ausgleich zeigt die örtliche Bevölkerung ein größeres Verständnis für die Schildkröten und möchte diese mehr schützen.

Vielleicht hat die als Gefährdet geltende Cantors Riesen-Weichschildkröte ja tatsächlich eine Chance.

Quelle: Conservation International: Sometimes All You Need to Protect Turtles Are Some Duck Eggs

Schildkröten Sex ist Ton der Raptoren aus Jurassic Park

Wie der Sound Designer Gary Rydstrom nun in einem Interview mit SFGate verriet, handelte es sich bei dem „bellenden“ Geräusch der Raptoren aus Jurassic Park um nichts anderes als die Geräusche sich paarender Schildkröten.

In nachfolgendem Video kommen in den ersten 20 Sekunden die Raptoren in die Küche. Bei dem “Arp! Arp!”, welches einer der Raptoren macht, handelt es sich um die besagten Paarungsgeräusche, die bei Marine World aufgenommen wurden.

Und hier ein kleines Vergleichsvideo. Klingt ein wenig anders (wird eine andere Art sein), aber es klingt schon wie ein Dinosaurier.

Schildkröten-Penis: Was Herr Panzerechse so in seiner Hose hat

Wer schon immer mal wissen wollte wie so eine Schildkröte bestückt ist, dem empfehle ich den Artikel Terrifying sex organs of male turtles auf Scientific American. Der Artikel fasst einige Veröffentlichungen zu diesem Thema zusammen und hält Fotos und Skizzen bereit.

Eins sei noch gesagt: Männer die dazu neigen schnell an ihrer Männlichkeit zu zweifeln, sollten sich diesen Artikel besser nicht anschauen.

Schildkröten mit Marienkäferbemalung

Die Rhein-Zeitung berichtet über einen kuriosen Fall der sich in Liesenich/ St. Aldegrund zugetragen hat.

MarienkäferDemnach wurde den Schildkröten eines Liesenicher von Bekannten seiner Ex-Frau, die die Tiere unrechtmäßig nach St. Aldegrund mitnahm und zu besagten Bekannten in Obhut gab, ein Marienkäferlook verpasst um die Tiere schneller finden zu können. Laut Angaben des bekannten befreite der Hund nämlich gerne die Schildkröten aus ihrem Gehege.

Der Liesenicher hat die Schildkröten wieder in seinem Besitz und erstattete bereits Anzeige wegen Tierquälerei und Sachbeschädigung. Die Farbe wird überprüft. Stellt sie sich als harmlos heraus, bestünde kein Tatbestand der Tierquälerei.

Quelle:http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/mittelmosel_artikel,-Schildkroeten-in-Kaeferoptik-%E2%80%93-ist-das-Tierquaelerei-_arid,280397.html

200 jahre lange Diskussion um wissenschaftlichen Namen einer Schildkröte endlich beendet

Testudo Gigantea Aldabra RiesenschildkröteNach einer knapp 200 Jahre langen Debatte steht der Name „Testduo Gigantea“ als wissenschaftliche Bezeichnung einer Riesenschildkröte aus Aldabra fest.

1812 bezeichnete der  deutsche Botaniker August Friedrich Schweigger die Art bereits als Testudo Gigantea. Das ausgestopfte Exemplar der Schilldkröte wurde allerdings verlegt.

Aldabra Atoll SeychellenEtwa zwei Jahrzehnte später beschrieben zwei französische Biologen zwei Schildkrötenarten als Testudo Gigantea und als Testudo Elephantina. Später stellte sich jedoch heraus, dass es sich dabei um ein und dieselbe Art handelte. Als dann 1982 der französische Wissenschaftler Roger Bour herausfand, dass die von seinen Landsmännern beschriebene Schildkröte garnicht von Aldabra stammt, schlug er eine Umbenennung in Testudo Elephantina vor.

2006 fand Bour die verlegte Schildkröte Schweiggers, fand heraus, dass sie ursprünglich aus Brasilien kommt und schlug den Namen Testudo Dussumieri vor.

Der Namensstreit erlangte seinen Höhepunkt und wurde jetzt endlich beendet. Testudo Gigantea soll Ein für alle Mal bestehen bleiben.

Quelle: http://online.wsj.com/article/SB10001424127887324685104578388890632425024.html#