Archiv der Kategorie: Artenschutz

Enthält Artikel über Schutz- und Nachzuchtprogramme von Schildkröten

Bestände von Meeresschildkröten erholen sich weltweit

Es ist mal eine positive Nachricht die das Team um Antonios Mazaris in ihrem Artikel „Global sea turtle conservation success“ veröffentlicht hat. Auf der ganzen Welt kommen die Meeresschildkröten zurück.

Zuvor waren die Bestände Jahrzehntelang zurück gegangen. Gründe dafür waren gezielte Jagd als Nahrungsmittel, Nestraub, zerstörung der Eiablageplätze, Massenfischerei, Verschmutzung der Meere…es ist eine lange Liste und unzählige Tiere verenden bis heute unnötigerweise auf Grund der aufgezählten Bedrohungen.

Karettschildkröte Whitsunday Islands

Jetzt konnte jedoch Weltweit ein Wiederkommen der Meeresschildkröten beobachtet werden. Festgemacht wird dies anhand der Zahl der gelegten Nester an den Stränden. Diese wurden über einen Zeitraum von bis zu 47 Jahren hinweg beobachtet und von Mazaris und seinem Team nun ausgewertet und zusammengetragen. Dabei zeigte sich, dass sich selbst kleine Populationen wieder erholen. Auf den French Frigate Shoals (Hawaii) erhöhte sich die Zahl der von Suppenschildkröten Chelonia mydas gelegten Nester von 200 im Jahr 1973 auf 2000 im Jahr 2012. Ein Grund dafür sind die intensiven Schutzbemühungen. Nester werden bewacht oder Eier gezielt ausgebrütet, um die Schildkröten nach einer Weile in die Wildnis zu entlassen. Es gibt spezielle Angelhaken an denen die Schildkröten nicht hängen bleiben und spezielle Fischernetze aus denen sie sich befreien können. Zudem dürften Schildkröten von der Überfischung der Meere profitieren, die vielen Feinden das Leben kostet.

Die Nachricht, dass die Meeresschildkröten zurück kommen ist zwar erfreulich, doch die Arbeit ist noch lange nicht getan. Schutzmaßnahmen müssen auch in Zukunft greifen und ein erneutes Massensterben verhindert werden.

Quellen:
Antonios D. Mazaris et al.: Global sea turtle conservation successes
New York Times: Sea Turtles Appear to Be Bouncing Back Around the World

Sexgierige Schildkröte rettet eigene Spezies vor dem Aussterben

Diego lautet der Name der heldenhaften Riesenschildkröte, welche das Überleben seiner Spezies Chelonoidis hoodensis sicherte. Die Galapagos Riesenschildkröte wurde in den 1960er Jahren aus dem San Diego Zoo in Kalifornien in seine ursprüngliche Heimat auf die Insel Española gebracht, wo nur noch zwei weitere Männchen und 12 Weibchen lebten. Die Art stand kurz davor auszusterben, doch dann machte Diego sich an die Arbeit.

Mit Hilfe eines Zuchtprogramms konnte sich die Population auf mittlerweile 2000 Individuen erholen. Untersuchungen ergaben, dass Diego 800-facher Vater ist. Dank Diegos Einsatz ist die Riesenschildkröte nicht länger akut vom Aussterben bedroht. Zwar ist sie immer noch gefährdet, aber die Population wächst weiter.

Quelle: MailOnline – Sex-mad tortoise saves his species from extinction: 100-year-old Galapagos giant is credited with rebuilding the population almost single-handed

Bilder zur künstlichen Befruchtung der Jangtse-Riesenweichschildkröte

Immer wieder mal gibt es Neuigkeiten zur seltensten Schildkrötenart der Welt, die im letzten Jahr zu Villa Amandas Schildkröte des Jahres gekürt wurde.

Scheinbar gab man jetzt das OK für eine künstliche Vermehrung der Schildkröte, die kurz vor dem Aussterben steht. Im Netz sind Bilder aufgetaucht. Laut einem Beitrag auf Getty Images fand die künstliche Befruchtung eines Rafetus swinhoei Weibchens bereits vor einer Woche am 06. Mai statt.

Die Bilder könnt ihr euch dort auf Getty Images ansehen.

 

Enteneier für den Schutz von Schildkröten

Yoeung Sun, Leiter des Projekts Schildkröte von Conservation International (CI), benötigt Enteneier um die Cantors Riesen-Weichschildkröte Pelochelys cantorii schützen zu können.

Pelochelys cantorii

In Kambodscha galt die Cantors Riesen-Weichschildkröte bereits als ausgestorben, bis man 2007 wieder Exemplare fand. Seit dem versucht CI am Mekong Strom die verbliebene Population wieder zu vergrößern.

Ein großes Hindernis ist dabei der Mensch, welcher sich gerne von den Eiern ernährt. Ein Programm wurde gestartet, bei dem die Finder von Schildkröteneiern im Austausch gegen diese bezahlt werden sollte. Dies kann man sich nun leider nicht mehr in vollem Umfang leisten, weswegen die dort ansässigen Menschen die Eier wieder für den Verzehr ausbuddeln.

Doch Yeoung Sun kam die rettende Idee. Für die Schildkröteneier sollen die Finder im Tausch die gleiche Anzahl an Enteneiern für den Verzehr bekommen. Langsam findet ein Wandel in der Bevölkerung statt. Durch den Ausgleich zeigt die örtliche Bevölkerung ein größeres Verständnis für die Schildkröten und möchte diese mehr schützen.

Vielleicht hat die als Gefährdet geltende Cantors Riesen-Weichschildkröte ja tatsächlich eine Chance.

Quelle: Conservation International: Sometimes All You Need to Protect Turtles Are Some Duck Eggs