Eine Schildkröte bleibt bis zum Schluss wach.

Da war meine Prognose aus dem letzten Beitrag wohl ein bisschen falsch. Die Schildkröten hatten sich zwar wie vorhergesagt verbuddelt, wobei unser adultes Männchen länger durchhielt als unsere Weibchen, doch eine kleine Nachzucht blieb bis gestern tapfer draußen und stapfte hin und wieder sogar noch durchs Gehege und dachte nicht an Winterstarre.

Obwohl wir in einer Nacht sogar 0° hatten, kroch sie lediglich unter ein Stück Rinde, buddelte sich aber nicht weg. Danach waren die Nächte mit 8° wieder deutlich milder. Tagsüber kamen die Temperaturen aber nur so auf 12-14 Grad. Gestern, am späten Nachmittag, tauchte die kleine Schildkröte nach einem kleinen Sonnenbad dann aber doch ganz ab. Die nächsten Tage soll es nachts auch wieder deutlich kälter werden und auch tagsüber sollen die Spitzenwerte nur im einstelligen Bereich liegen. Von daher gehe ich davon aus, dass diese Saison hiermit nun wirklich endgültig zu Ende ist. Laut einer kleinen Instagram Umfrage, die ich gestern startete, sind bei etwas mehr als der Hälfte der Teilnehmer noch Schildkröten aktiv.

Auch wenn ich dieses Jahr leider wenig Zeit habe, bemühe ich mich auch während der Winterpause den ein oder anderen Beitrag zu schreiben und beantworte natürlich gerne eure Fragen :)

Schildkröten Embryo gewinnt Fotowettbewerb

Bei der von Nikon Small World veranstalteten Photomicrography Competition 2019 gewann das Bild eines Schildkröten Embryos den 1. Platz.

Den beiden Wissenschaftlerinnen Teresa Kugler und Teresa Zgoda gelang das Bild, welches aus hunderten Einzelbildern zusammen gesetzt wurde, mithilfe eines Stereo-Mikroskops und Fluoreszens. Ich beglückwünsche an dieser Stelle die beiden Gewinnerinnen zu diesem wirklich sehr gelungenem Foto.

Gewinner der Nikon Small World 2019 Photomicrography Competition
Foto: Teresa Zgoda und Teresa Kugler

Schildkröten Saison 2019 geht zu Ende

Die Temperaturen sinken und die Blätter verlieren ihr Laub. Der Herbst ist da und die Schildkröten Saison 2019 neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen.

Die Saison startete dieses Jahr recht früh mit einem sehr warmen Frühlingsanfang. Bereits ende Februar ging es los und die ersten Griechischen Landschildkröten zeigten sich. Schnell fühlte ich mich an den heißen, trockenen Sommer des Vorjahres erinnert, doch das war nur von kurzer Dauer. Es folgte eine Schlechtwetterperiode und so richtig wach und aktiv waren meine Schildkröten dann erst Anfang/Mitte April. Zu Ostern gab es dann für die Jahreszeit besonders heißes Wetter, doch danach war wieder schlechtes Wetter angesagt.

So zog es sich das ganze Jahr über durch. Sehr schöne Phasen, wechselten sich mit ausgedehnten Schlechtwetterperioden ab. Leider gab es bei uns ab Mitte September fast nur Regentage. Die Schildkröten verkrochen sich daher sehr früh. Die adulten Tiere ließen sich zwar regelmäßig blicken, wenn die Sonne dann doch mal für ein paar wenige Stunden schien, doch bei den Nachzuchten wurden es immer weniger, die sich wieder heraus trauten. Da halfen auch keine Wärmelampen. Immerhin konnte ich alle nochmal durchchecken und sie machten einen sehr guten Eindruck. Trotzdem ist es ungünstig, dass einige schon so früh abgetaucht sind.

Diese Woche war bisher immerhin mäßig gut mit einigen Sonnenstunden und höheren Temperaturen. Das Wochenende soll nochmal schön warm werden, danach wird es aber wohl deutlich kühler und die Schildkröten werden dann wahrscheinlich auch nicht mehr raus kommen. Dann heißt es wieder Abschied nehmen und warten, bis der Winter vorbei ist. Alles in allem eine sehr wechselhafte Saison, mit der ich aber, abgesehen von der Zeit zwischen Mitte September und Mitte Oktober, ganz zufrieden bin. Wie habt ihr die Saison denn erlebt?

Königliche Schildkröte mit angeblich 344 Jahren gestorben

In Nigeria ist die Schildkröte Alagba vor wenigen Tagen nach einer kurzen Krankheit gestorben. Dabei soll sie angeblich 344 Jahre alt gewesen sein, wie BBC berichtet. Damit wäre sie die älteste Schildkröte der Welt.

Alagba lebte in einem königlichen Palast im nigerianischen Bundesstaat Oyo, welcher früher ein selbstständiges Königreich war. Isan Okumoyede, der zwischen 1770 und 1797 dort regierte, soll das Tier in den Palast geholt haben.

Experten bezweifeln das angegebene Alter der Schildkröte allerdings stark. Riesenschildkröten können in Ausnahmefällen bis zu 200 Jahre alt werden. Den Fotos nach handelte es sich bei Alagba wohl um eine Spornschildkröte (Centrochelys sulcata). Nach Meinung der Experten sind 70-80 Jahre ein realistisch zu erreichendes Alter für diese Art. 100 Jahre wäre schon ein sehr guter Wert. Sie gehen davon aus, dass das Tier wohl immer wieder mal ausgetauscht wurde.

Aktuell streiten sich verschiedene Schildkröten um den Titel der ältesten lebenden Schildkröte. Darunter zum Beispiel Esmeralda, die angeblich über 200 Jahre alt sein soll. Ziemlich berühmt ist die Aldabra-Riesenschildkröte (Aldabrachelys gigantea hololissa) Jonathan mit offiziell anerkannten 187 Jahren.

Warum die Lederschildkröte Stacheln im Maul hat

Meine Schildkröte des Jahres ist die Lederschildkröte. Im Zuge dessen habe ich schon von den monströs anmutenden Stacheln im Maul der größten lebenden Schildkröte der Welt informiert. Auf Instagram bin ich jetzt auf eine Bilderreihe von @anatomika.science gestoßen, die erklärt welchen Nutzen die Stacheln haben. Sie dienen dazu das bei der Nahrungsaufnahme verschluckte Meerwasser wieder auszuscheiden und dabei die Nahrung drinnen zu behalten.

Leider hindern die Stacheln die Lederschildkröte daran verschluckte Plastiktüten auszuscheiden, da auch diese an ihnen hängen bleiben. Plastiktüten werden leicht mit Quallen verwechselt, die einen erheblichen Teil der Nahrung ausmachen. Deswegen kommt es immer wieder zu einem versehentlichen Verschlucken der Tüten, mit häufig tötlichen Folgen für die Tiere.

Neue Schildkrötenart erobert Strand in Ecuador – 11000 Schildkröten geschlüpft

An einem Strand in der Same-Provinz in Ecuador ist etwas unglaubliches passiert. Im vergangenen Jahr kamen dort nach Angaben der Behörden knapp 11000 Babys der Oliv-Bastardschildkröte (Lepidochelys olivacea) zur Welt. Das unglaubliche daran ist, dass die Art dort bisher nicht vorgekommen ist. Es kann schon mal vorkommen, dass vereinzelte Tiere an einem eigentlich fremden Strand ihre Eier ablegen, aber in diesem Fall müssen es viele Dutzend Weibchen gewesen sein, die sich an dem Strand niedergelassen haben. Es wird vermutet, dass die Schildkröten an ihrem eigentlichen Strand, nicht mehr die nötige Ruhe fanden und daher auf einen neuen ausgewichen sind.

Geruchssinn der Schildkröte – Was schildkröten alles riechen können

Über den Geruchssinn der Schildkröte hatte ich in der Vergangenheit schon berichtet, dass Schildkröten besser riechen als Hunde. Grund zu der Annahme ist die deutlich höhere Anzahl an Geruchsrezeptor Genen im Vergleich zu Hunden. Schildkröten sollen demnach in der Lage sein feinere Nuancen wahr zu nehmen. In diesem Beitrag berichte ich darüber was sie ihnen ihr Geruchssinn über Artgenossen sagt und welche Fähigkeiten ihnen ihre Nase verleiht.

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Alles rund ums Thema griechische Landschildkröte (Testudo hermanni boettgeri)