Archiv der Kategorie: Artenschutz

Enthält Artikel über Schutz- und Nachzuchtprogramme von Schildkröten

Sexgierige Schildkröte rettet eigene Spezies vor dem Aussterben

Diego lautet der Name der heldenhaften Riesenschildkröte, welche das Überleben seiner Spezies Chelonoidis hoodensis sicherte. Die Galapagos Riesenschildkröte wurde in den 1960er Jahren aus dem San Diego Zoo in Kalifornien in seine ursprüngliche Heimat auf die Insel Española gebracht, wo nur noch zwei weitere Männchen und 12 Weibchen lebten. Die Art stand kurz davor auszusterben, doch dann machte Diego sich an die Arbeit.

Mit Hilfe eines Zuchtprogramms konnte sich die Population auf mittlerweile 2000 Individuen erholen. Untersuchungen ergaben, dass Diego 800-facher Vater ist. Dank Diegos Einsatz ist die Riesenschildkröte nicht länger akut vom Aussterben bedroht. Zwar ist sie immer noch gefährdet, aber die Population wächst weiter.

Quelle: MailOnline – Sex-mad tortoise saves his species from extinction: 100-year-old Galapagos giant is credited with rebuilding the population almost single-handed

Bilder zur künstlichen Befruchtung der Jangtse-Riesenweichschildkröte

Immer wieder mal gibt es Neuigkeiten zur seltensten Schildkrötenart der Welt, die im letzten Jahr zu Villa Amandas Schildkröte des Jahres gekürt wurde.

Scheinbar gab man jetzt das OK für eine künstliche Vermehrung der Schildkröte, die kurz vor dem Aussterben steht. Im Netz sind Bilder aufgetaucht. Laut einem Beitrag auf Getty Images fand die künstliche Befruchtung eines Rafetus swinhoei Weibchens bereits vor einer Woche am 06. Mai statt.

Die Bilder könnt ihr euch dort auf Getty Images ansehen.

 

Enteneier für den Schutz von Schildkröten

Yoeung Sun, Leiter des Projekts Schildkröte von Conservation International (CI), benötigt Enteneier um die Cantors Riesen-Weichschildkröte Pelochelys cantorii schützen zu können.

Pelochelys cantorii

In Kambodscha galt die Cantors Riesen-Weichschildkröte bereits als ausgestorben, bis man 2007 wieder Exemplare fand. Seit dem versucht CI am Mekong Strom die verbliebene Population wieder zu vergrößern.

Ein großes Hindernis ist dabei der Mensch, welcher sich gerne von den Eiern ernährt. Ein Programm wurde gestartet, bei dem die Finder von Schildkröteneiern im Austausch gegen diese bezahlt werden sollte. Dies kann man sich nun leider nicht mehr in vollem Umfang leisten, weswegen die dort ansässigen Menschen die Eier wieder für den Verzehr ausbuddeln.

Doch Yeoung Sun kam die rettende Idee. Für die Schildkröteneier sollen die Finder im Tausch die gleiche Anzahl an Enteneiern für den Verzehr bekommen. Langsam findet ein Wandel in der Bevölkerung statt. Durch den Ausgleich zeigt die örtliche Bevölkerung ein größeres Verständnis für die Schildkröten und möchte diese mehr schützen.

Vielleicht hat die als Gefährdet geltende Cantors Riesen-Weichschildkröte ja tatsächlich eine Chance.

Quelle: Conservation International: Sometimes All You Need to Protect Turtles Are Some Duck Eggs

Pinzón – Erste Babyschildkröten nach über 100 Jahren

Pinzón Riesenschildkröte Die Riesenschildkröten auf der Galápagos Insel Pinzón Chelonoidis nigra ephippium ( auch Chelonoidis nigra duncanensis genannt) wurden in den vergangenen Jahrhunderten durch Piraten, Walfänger und Entdecker nahezu ausgerottet. Zum einen lag dies am Menschen direkt, der die Tiere als  Nahrungsquelle nutzte, zum anderen geschah dies auch indirekt durch versehentlich mitgeschleppte Ratten, die sich auf der Insel schnell vermehren konnten und sowohl Eier als auch Babyschildkröten fressen.

Die Ratten vermehrten sich so sehr, dass in der Folge keine Babyschildkröten in den letzten 100 Jahren überlebten. Die Population der Sattelrückenschildkröte Chelonoidis nigra ephippium ging auf 100 Exemplare zurück, die mittlerweile ein Alter zwischen 100 und 200 Jahren erreicht haben.

Im Dezember 2014 machte eine Gruppe Naturschutzbiologen um Dr. James Gibbs von der State University of New York’s College of Environmental Science and Forestry eine erstaunliche Entdeckung auf Pinzón.

Man fand insgesamt 10 Babyschildkröten. Das klingt jetzt nicht gerade nach einem Babyboom, markiert aber den Anfang der Erholung der Riesenschildkröte. Möglich ist dies unter anderem durch die Aktive Bekämpfung der Ratten seit 2012 mit einem speziellem Gift, das nur Ratten anlockt. Besagtes Gift wurde schon erfolgreich auf anderen Galápagos Inseln eingesetzt.

Insgesamt fand das Team 300 Schildkröten und schätzt die Population derzeit auf ca. 500 Individuen. Seit den 1960er Jahren werden auf Pinzón Schildkröten „per Hand“ nachgezüchtet und erst mit 4 oder 5 Jahren in die Wildnis entlassen, wenn die Ratten keine so große Gefahr mehr darstellen.

Durch die Bekämpfung der Ratten hat die Population der Riesenschildkröte von Pinzón endlich wieder die Chance sich zu erholen und auf ihre natürliche Größe anzuwachsen.

Quellen: