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EU verbietet private Haltung europäischer Schildkröten

Der 29. März 2018 wird für viele Schildkrötenbesitzer als schwarzer Tag in Erinnerung bleiben. Am Donnerstag beschlossen die EU-Abgeordneten in Brüssel ein neues Tierschutz-Gesetz, dass den „Besitz landesfremder […] unter Naturschutz stehender“ Tiere in der EU nach §22b 1.-3. TierSchG verbietet, sofern sie nicht als Nutztiere gehalten werden.

Was ist Sinn des neuen Gesetzes?

Mit dem neuen Gesetz  will man bedrohte Tierarten zukünftig besser schützen, indem sie einzig und allein, mit speziellen Genehmigungen, in ihren Heimatländern gehalten werden dürfen. „Auf diese Weise entfällt hier [in Deutschland] und in anderen Ländern viel Bürokratie, die durch bisherige EU-Verordnungen erst entstanden ist“, so der deutsche EU-abgeordnete Reinhold Steinmann und bezieht sich dabei unter anderem auf die EU-Bescheinigungen und alles was zu deren Verwaltung dazu gehört. Das spart auch Geld, welches in den Heimatländern gezielt für den Artenschutz eingesetzt werden soll. „[…] gleichzeitig wird verhindert, dass sich entlaufene Tiere invasiv ausbreiten und für einen hohen Selektionsdruck bei anderen Arten sorgen könnten, wodurch diese gefährdet würden“, so Steinmann weiter. Vor der Kamera

Der Diplom Biologe ist starker Befürworter und einer der Initiatoren des 13-Seiten umfassenden Gesetzes, dessen Verhandlung in der Vergangenheit mehrmals abgelehnt wurde. Vergangenen Donnerstag waren viele EU-Parlamentarier, und somit viele Gegner des Gesetzes, aber nicht anwesend, da sie sich schon in die Osterferien verabschiedet hatten, sodass sich eine Mehrheit für eine Abstimmung über das Gesetz finden konnte. Dabei war die Entscheidung zunächst knapp und erst im zweiten Durchgang konnte eine knappe Mehrheit für die Durchsetzung des Gesetzes gefunden werden, was ab dem 01.07.2020 in kraft treten soll. Über den tatsächlichen Sinn oder Unsinn des Gesetzes kann man sich natürlich streiten.

Was heißt das für mich als Schildkröten Halter?

Ab dem 01.07.2020 macht man sich mit dem Besitz geschützter Arten aus Europa strafbar und muss mit hohen Geldbußen bis hin zu einem Gefängnisaufenthalt rechnen. Zu den geschützten Arten gehören leider auch unsere geliebten Griechischen Landschildkröten. Halter von Schildkröten aus nicht-EU-Ländern, wie der im Trend liegenden Spornschildkröte, haben Glück gehabt. Deren Haltung kann die EU auf Grund bestehender Handelsabkommen nicht einfach verbieten. In Deutschland darf künftig allein die Europäische Sumpfschildkröte noch gehalten werden, allerdings nur mit einer entsprechenden Genehmigung. Wie man an eine solche Genehmigung heran kommt, ist noch nicht konkretisiert worden. Ein Hintertürchen bleibt dank der Schweiz, die nicht der EU angehört, aber offen. Wer nachweisen kann, dass seine Europäischen Sumpfschildkröten ursprünglich aus der Schweiz stammen, kann diese weiterhin halten. DNA Tests, mit denen sich die Herkunft bestimmen lässt, kosten in Labors um die 200€. Eine weitere rechtliche Grauzone könnte der Freistaat Bayern schaffen. damit kein Geld für den Schutz der Tiere aufgewendet werden muss, bezweifeln die Politiker dort bislang, dass die Europäische Sumpfschildkröte ursprünglich in Deutschland beheimatet war und sieht diese als invasive Art aus der Schweiz bzw. Österreich an.

Wie geht es jetzt weiter?

Damit die entsprechenden Behörden für Natur- und Artenschutz genug Zeit haben sich auf die bevorstehende Intensivierung der Schutzprogramme vorzubereiten, tritt das Gesetz erst in rund zwei Jahren in Kraft. Auf Anfrage bei der örtlichen Behörde, teilte diese mir per Mail mit, dass die Tiere innerhalb der nächsten zwei Jahre in ihre entsprechenden Heimatländer überführt werden sollen. Dabei sei es einem freigestellt, ob man dies „eigenverantwortlich“ übernehmen möchte oder ob man die Tiere bei der örtlichen Behörde abgeben möchte, wo sie für eine „Pauschale von 80€ pro Tier in die entsprechenden Regionen übersendet werden“. Bis es soweit ist, braucht es aber noch etwas Zeit. „Wir wurden von dem neuen Gesetz genau so überrascht wie Sie[…]“, heißt es in der Mail „[und] brauchen daher Zeit für die Organisation“. Alle registrierten Halter bedrohter Tiere sollen bis ende des Jahres schriftlich über das Vorgehen und die „rechtlichen Konsequenzen bei Missachtung“ informiert werden.

Eine große Hoffnung besteht darin, dass die Mitgliedsstaaten der EU das neue Gesetz nicht zwingend umsetzen müssen. Aus der Mail ging allerdings hervor, dass sich die Behörden in Deutschland wohl auf dessen Umsetzung vor zu bereiten scheinen. Auf der Seite des Bundestages laufen allerdings auch schon die ersten Petitionen gegen die Umsetzung des Gesetzes.

Trotz dieser schockierenden Meldung wünsche ich allen einen schönen Sonntag an diesem 1. April April!

Bestände von Meeresschildkröten erholen sich weltweit

Es ist mal eine positive Nachricht die das Team um Antonios Mazaris in ihrem Artikel „Global sea turtle conservation success“ veröffentlicht hat. Auf der ganzen Welt kommen die Meeresschildkröten zurück.

Zuvor waren die Bestände Jahrzehntelang zurück gegangen. Gründe dafür waren gezielte Jagd als Nahrungsmittel, Nestraub, zerstörung der Eiablageplätze, Massenfischerei, Verschmutzung der Meere…es ist eine lange Liste und unzählige Tiere verenden bis heute unnötigerweise auf Grund der aufgezählten Bedrohungen.

Karettschildkröte Whitsunday Islands

Jetzt konnte jedoch Weltweit ein Wiederkommen der Meeresschildkröten beobachtet werden. Festgemacht wird dies anhand der Zahl der gelegten Nester an den Stränden. Diese wurden über einen Zeitraum von bis zu 47 Jahren hinweg beobachtet und von Mazaris und seinem Team nun ausgewertet und zusammengetragen. Dabei zeigte sich, dass sich selbst kleine Populationen wieder erholen. Auf den French Frigate Shoals (Hawaii) erhöhte sich die Zahl der von Suppenschildkröten Chelonia mydas gelegten Nester von 200 im Jahr 1973 auf 2000 im Jahr 2012. Ein Grund dafür sind die intensiven Schutzbemühungen. Nester werden bewacht oder Eier gezielt ausgebrütet, um die Schildkröten nach einer Weile in die Wildnis zu entlassen. Es gibt spezielle Angelhaken an denen die Schildkröten nicht hängen bleiben und spezielle Fischernetze aus denen sie sich befreien können. Zudem dürften Schildkröten von der Überfischung der Meere profitieren, die vielen Feinden das Leben kostet.

Die Nachricht, dass die Meeresschildkröten zurück kommen ist zwar erfreulich, doch die Arbeit ist noch lange nicht getan. Schutzmaßnahmen müssen auch in Zukunft greifen und ein erneutes Massensterben verhindert werden.

Quellen:
Antonios D. Mazaris et al.: Global sea turtle conservation successes
New York Times: Sea Turtles Appear to Be Bouncing Back Around the World

Sternschildkröten werden in Myanmar wieder ausgewildert

Sternschildkröte, Geochelone platynotaWie die Turtle Survival Alliance auf ihrer Homepage stolz verkündet hat sie in Zusammenarbeit mit der Wildlife Conservation Society damit begonnen, die in freier Wildbahn ausgerottete myanmarische Sternschildkröte Geochelone platynota in Myanmar wieder anzusiedeln.

Das Projekt begann 2009, bei dem von den Behörden beschlagnahmte Tiere erfolgreich gezüchtet wurden, sodass es über mehrere Einrichtungen verteilt mittlerweile über 3000 Exemplare der Sternschildkröte für das Projekt gibt. Nun hat man damit begonnen 150 Tiere in ihrer natürlichen Umgebung wieder anzusiedeln.

Für zukünftige Beobachtungen und um den Schutz der Tiere in Zukunft besser gewährleisten zu können, wurden die Pilot-Schildkröten mit Sensoren ausgestattet. Man hofft, dass diese sich wieder vollständig in die Natur integrieren und die Sternschildkröte dauerhaft ihren Platz in der Natur einnehmen und geschützt werden kann.

Quelle:http://www.turtlesurvival.org/blog/1-blog/263-preparing-for-tortoise-reintroduction-in-myanmar#.UwTeLPl5NQG

Verkauft, vergiftet, verspeist. Schildkröten sterben langsam aus

Das ist der Titel eines ntv-Artikels der letzte Woche erschienen ist.
Dort ist festgehalten, dass unzählige Arten (etwa 50%) massiv vom Aussterben bedroht sind und worin die Gründe darin liegen.
Größte Bedrohung ist selbstverständlich der Mensch.

Den erschreckenden Artikel könnt ihr auf n-tv nachlesen

Bericht über Patara Exkursion ist on

Über einen Monat lang habe ich nun an dem Bericht gesessen und jetzt ist er endlich fertig.

Im August reiste ich zusammen mit meiner Freundin nach Patara um dort Urlaub zu machen und nebenbei etwas über die unechte Karettschildkröte in Erfahrung zu bringen.
Lest wie ich mich auf Spurensuche begab und zusammen mit meiner Freundin und einem Mitglied eines Forschungsteams frischgeschlüpfte Baby Carettas in die Freiheit entlassen habe.

Also viel Spaß beim Lesen des Artikels!

Falsche Schildkröte unter Artenschutz

So kann es gehen!

Da gibt man sich die allergrößte Mühe eine vermeindlich vom aussterben bedrohte Schildkrötenart zu retten und dann stellt sich heraus: Scheiße, war die falsche Schildkröte.

Dieser Vorfall ist jetzt auf den Seychellen Inseln passiert.
Dorte sollte eine heimische Schildkrötenart vor dem Aussterben gerettet werden, bei der sich herausstellte, dass sie doch keine einheimische Art war sondern von dem Menschen eingeschleppt wurde.

Den Artikel dazu könnt ihr online Focus nachlesen.

Reptilienbörsen vor dem Aus?

Vor enigen Tagen am 06.07.2012 wurde eine Erweiterung des Tierschutzgesetzes diskutiert, welches unter anderem vor sieht Reptielenbörsen zu verbieten.

Nach Ansicht der Länderkammer und Bundesagrarministerin Ilse Aigner stelle dies zu hohen Stress und Belastung für die Tiere dar.

Näheres zu diesem Thema könnt ihr hier nachlesen.

Wie seht ihr das? Stimmt ihr dieser Meinung zu oder sollte man eher strengere Auflagen und Umstrukturierungen der Börsen vornehmen wie z.B. Ruhezonen, für besonders lärmempfindliche Tiere, die nur eine bestimmte Anzahl an Personen gleichzeitig betreten darf oder Bußgeldzahlungen für Aussteller mit zu kleinen Transportboxen?