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Frühjahrsputz im Gehege unserer Babyschildkröten

Wie jedes Jahr habe ich das Balkongehege unserer Schildkröten etwas frisch gemacht. Ein mal im Jahr muss das einfach sein. Die Hügel waren platt gemacht oder ausgewaschen, die alte Erde musste ersetzt werden und neue Futterpflanzen mussten ins Gehege.

Schildkröten Balkon GehegeIn einem ersten Schritt habe ich die oberste Erdschicht abgetragen, die größtenteils auch ganz vertrocknet war. An den Stellen, wo sich die Schildkröten besonders gerne verbuddeln, habe ich auch extra etwas mehr Erde ausgehoben. Mir ist dabei aufgefallen das die Stellen an denen die Tiere überwintert hatten, besonders trocken waren. Das ist mit bei den Nachzuchten auch in der Vergangenheit schon aufgefallen. Vielleicht ist das ein zusätzlicher Schutz vor dem ertrinken, dass sie regengeschützte Stellen für die Winterstarre nutzen. Unseren adulten Schildkröten ist das im Gegensatz dazu ziemlich egal. Sie verbuddeln sich unter freiem Himmel und bekommen dabei ordentlich Regen ab. Ertrunken ist bisher aber noch nie eine.

Für die Ausgestaltung der Hügel habe ich die Erde gut nass gemacht und zusammengedrückt, damit es möglichst lange hält. Zudem sollen geschickt platzierte Steine verhindern, dass die Hügel beim gießen zu schnell runter waschen. Zusätzlich erhoffe ich mir dabei etwas Hilfe von den Pflanzen, die hoffentlich mit ihren Wurzeln die Erde etwas besser zusammen halten.

Schildkröten Balkon Gehege

Als Futterpflanzen habe ich Stiefmütterchen und Gänseblümchen hinein gepflanzt. Dieses Jahr werde ich aber auch Löwenzahn, Wegerich und andere Futterpflanzen ziehen, die ich dann ab Sommer oder nächstes Frühjahr ins Gehege setzen möchte. Wenn das Gras und der Lavendel wieder schön hochgewachsen sind, haben die Kleinen auch noch mehr Versteckmöglichkeiten und Schatten für den Hochsommer.

Schildkröten Balkon Gehege Schildkröten Balkon Gehege

Die Wärmelampe hat jetzt wieder den richtigen Abstand zur Oberfläche, dass sich die Schildkröten auch ordentlich aufwärmen können und sie können jetzt auch wieder die zweite Etage nutzen. Ich finde das renovierte Gehege kann sich blicken lassen. Was meint ihr?

Futterpflanzen Sammelkalender: Schildkrötenfutter im April

Jetzt im Frühjahr kann es mitunter noch etwas schwierig sein Futterpflanzen für Schildkröten zu finden. Nachfolgend eine kleine Auflistung von Pflanzen, die im April schon gesammelt bzw. im Handel erworben werden können. Teilweise ist es natürlich wetterabhängig, ob eine Pflanze schon sprießt oder nicht.

  • Brennnessel
  • Brombeerblätter
  • Bärlauch
  • Eibisch
  • Ferkelkraut
  • Gänseblümchen
  • Gänsefingerkraut
  • Giersch
  • Huflattich
  • Knoblauchrauke
  • Löwenzahn
  • Rucola
  • Schafgarbe
  • Stiefmütterchen
  • Taubnessel
  • Wegwarte

Sicherlich gibt es noch weitere Pflanzen, die im April gepflückt werden können. Wenn dir eine einfällt, hinterlasse doch einen Kommentar.

Bildquelle: Pixabay

Die Europäischen Sumpfschildkröten im Melbweiher sind wieder da

Vor einigen Jahren berichtete ich von der Aussetzung Europäischer Sumpfschildkröten im Bonner Melbweiher, bei der ich damals live mit dabei war. Mit diesem Projekt gibt der Botanische Garten der Stadt Bonn der einzigen bei uns in Deutschland heimischen Schildkröte ein Zuhause und hofft darauf, dass sich diese in Zukunft eigenständig vermehrt.

Ich statte dem Botanischen Garten hin und wieder mal einen Besuch ab, um unter anderem nach den Schildkröten zu sehen. So auch heute. Diese haben die Winterstarre nun ebenfalls beendet und tummelten sich wie gewohnt auf einem der dicken Äste, die in dem großzügigen Weiher treiben.

Europäische Sumpfschildkröten Europäische Sumpfschildkröten

Zwei Schildkröten sind mir allerdings besonders aufgefallen, bei denen es sich leider nicht um Europäische Sumpfschildkröten (Emys orbicularis) handelte. Bei der einen bin ich mir recht sicher, dass es sich dabei um eine Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans) handelte, die sich allerdings nicht fotografieren ließ Die andere war vermutlich auch eine Schmuckschildkröte.

Schmuckschildkröte
Soweit ich das erkennen kann, ist dies keine Europäische Sumpfschildkröte

In der Vergangenheit wurden immer wieder Schildkröten im Melbweiher ausgesetzt. Sie entwickelten sich zu einer kleinen Attraktion. 2013 wurden die Schildkröten jedoch alle eingesammelt und durch Europäische Sumpfschildkröten ersetzt. Das wieder fremde Arten in dem Weiher ausgesetzt werden kann für die Europäischen Sumpfschildkröten mitunter gefährlich werden, da sie als direkte Futterkonkurrenten den Schmuckschildkröten leider unterlegen sind.

Alle Schildkröten sind wieder da

Seit gestern ist nun auch die letzte Schildkröte wieder draußen. Kurz vor Ostern kamen alle unsere adulten Tiere aus der Winterstarre, doch es brauchte 23° Celsius und massiven Sonnenschein, um die letzte, verschollene kleine Schildkröte aus ihrem Loch hervor zu locken. Ich hatte mir ehrlich gesagt schon ein paar Sorgen gemacht, da die meisten ja schon seit einiger Zeit die Sonne genießen, wenn sie mal da ist. Doch jetzt bin ich beruhigt und freue mich, dass alle Schildkröten den Winter überlebt haben. Nachfolgend Fotos der Nachzuchten

Griechische Landschildkröte Jungtier Griechische Landschildkröte Jungtier Griechische Landschildkröte Jungtier Griechische Landschildkröte Jungtier

Ich hoffe eure Schildkröten haben auch alle überlebt. Sind bei euch denn auch schon alle draußen oder fehlt noch jemand?

EU verbietet private Haltung europäischer Schildkröten

Der 29. März 2018 wird für viele Schildkrötenbesitzer als schwarzer Tag in Erinnerung bleiben. Am Donnerstag beschlossen die EU-Abgeordneten in Brüssel ein neues Tierschutz-Gesetz, dass den „Besitz landesfremder […] unter Naturschutz stehender“ Tiere in der EU nach §22b 1.-3. TierSchG verbietet, sofern sie nicht als Nutztiere gehalten werden.

Was ist Sinn des neuen Gesetzes?

Mit dem neuen Gesetz  will man bedrohte Tierarten zukünftig besser schützen, indem sie einzig und allein, mit speziellen Genehmigungen, in ihren Heimatländern gehalten werden dürfen. „Auf diese Weise entfällt hier [in Deutschland] und in anderen Ländern viel Bürokratie, die durch bisherige EU-Verordnungen erst entstanden ist“, so der deutsche EU-abgeordnete Reinhold Steinmann und bezieht sich dabei unter anderem auf die EU-Bescheinigungen und alles was zu deren Verwaltung dazu gehört. Das spart auch Geld, welches in den Heimatländern gezielt für den Artenschutz eingesetzt werden soll. „[…] gleichzeitig wird verhindert, dass sich entlaufene Tiere invasiv ausbreiten und für einen hohen Selektionsdruck bei anderen Arten sorgen könnten, wodurch diese gefährdet würden“, so Steinmann weiter. Vor der Kamera

Der Diplom Biologe ist starker Befürworter und einer der Initiatoren des 13-Seiten umfassenden Gesetzes, dessen Verhandlung in der Vergangenheit mehrmals abgelehnt wurde. Vergangenen Donnerstag waren viele EU-Parlamentarier, und somit viele Gegner des Gesetzes, aber nicht anwesend, da sie sich schon in die Osterferien verabschiedet hatten, sodass sich eine Mehrheit für eine Abstimmung über das Gesetz finden konnte. Dabei war die Entscheidung zunächst knapp und erst im zweiten Durchgang konnte eine knappe Mehrheit für die Durchsetzung des Gesetzes gefunden werden, was ab dem 01.07.2020 in kraft treten soll. Über den tatsächlichen Sinn oder Unsinn des Gesetzes kann man sich natürlich streiten.

Was heißt das für mich als Schildkröten Halter?

Ab dem 01.07.2020 macht man sich mit dem Besitz geschützter Arten aus Europa strafbar und muss mit hohen Geldbußen bis hin zu einem Gefängnisaufenthalt rechnen. Zu den geschützten Arten gehören leider auch unsere geliebten Griechischen Landschildkröten. Halter von Schildkröten aus nicht-EU-Ländern, wie der im Trend liegenden Spornschildkröte, haben Glück gehabt. Deren Haltung kann die EU auf Grund bestehender Handelsabkommen nicht einfach verbieten. In Deutschland darf künftig allein die Europäische Sumpfschildkröte noch gehalten werden, allerdings nur mit einer entsprechenden Genehmigung. Wie man an eine solche Genehmigung heran kommt, ist noch nicht konkretisiert worden. Ein Hintertürchen bleibt dank der Schweiz, die nicht der EU angehört, aber offen. Wer nachweisen kann, dass seine Europäischen Sumpfschildkröten ursprünglich aus der Schweiz stammen, kann diese weiterhin halten. DNA Tests, mit denen sich die Herkunft bestimmen lässt, kosten in Labors um die 200€. Eine weitere rechtliche Grauzone könnte der Freistaat Bayern schaffen. damit kein Geld für den Schutz der Tiere aufgewendet werden muss, bezweifeln die Politiker dort bislang, dass die Europäische Sumpfschildkröte ursprünglich in Deutschland beheimatet war und sieht diese als invasive Art aus der Schweiz bzw. Österreich an.

Wie geht es jetzt weiter?

Damit die entsprechenden Behörden für Natur- und Artenschutz genug Zeit haben sich auf die bevorstehende Intensivierung der Schutzprogramme vorzubereiten, tritt das Gesetz erst in rund zwei Jahren in Kraft. Auf Anfrage bei der örtlichen Behörde, teilte diese mir per Mail mit, dass die Tiere innerhalb der nächsten zwei Jahre in ihre entsprechenden Heimatländer überführt werden sollen. Dabei sei es einem freigestellt, ob man dies „eigenverantwortlich“ übernehmen möchte oder ob man die Tiere bei der örtlichen Behörde abgeben möchte, wo sie für eine „Pauschale von 80€ pro Tier in die entsprechenden Regionen übersendet werden“. Bis es soweit ist, braucht es aber noch etwas Zeit. „Wir wurden von dem neuen Gesetz genau so überrascht wie Sie[…]“, heißt es in der Mail „[und] brauchen daher Zeit für die Organisation“. Alle registrierten Halter bedrohter Tiere sollen bis ende des Jahres schriftlich über das Vorgehen und die „rechtlichen Konsequenzen bei Missachtung“ informiert werden.

Eine große Hoffnung besteht darin, dass die Mitgliedsstaaten der EU das neue Gesetz nicht zwingend umsetzen müssen. Aus der Mail ging allerdings hervor, dass sich die Behörden in Deutschland wohl auf dessen Umsetzung vor zu bereiten scheinen. Auf der Seite des Bundestages laufen allerdings auch schon die ersten Petitionen gegen die Umsetzung des Gesetzes.

Trotz dieser schockierenden Meldung wünsche ich allen einen schönen Sonntag an diesem 1. April April!