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Sexgierige Schildkröte rettet eigene Spezies vor dem Aussterben

Diego lautet der Name der heldenhaften Riesenschildkröte, welche das Überleben seiner Spezies Chelonoidis hoodensis sicherte. Die Galapagos Riesenschildkröte wurde in den 1960er Jahren aus dem San Diego Zoo in Kalifornien in seine ursprüngliche Heimat auf die Insel Española gebracht, wo nur noch zwei weitere Männchen und 12 Weibchen lebten. Die Art stand kurz davor auszusterben, doch dann machte Diego sich an die Arbeit.

Mit Hilfe eines Zuchtprogramms konnte sich die Population auf mittlerweile 2000 Individuen erholen. Untersuchungen ergaben, dass Diego 800-facher Vater ist. Dank Diegos Einsatz ist die Riesenschildkröte nicht länger akut vom Aussterben bedroht. Zwar ist sie immer noch gefährdet, aber die Population wächst weiter.

Quelle: MailOnline – Sex-mad tortoise saves his species from extinction: 100-year-old Galapagos giant is credited with rebuilding the population almost single-handed

Pinzón – Erste Babyschildkröten nach über 100 Jahren

Pinzón Riesenschildkröte Die Riesenschildkröten auf der Galápagos Insel Pinzón Chelonoidis nigra ephippium ( auch Chelonoidis nigra duncanensis genannt) wurden in den vergangenen Jahrhunderten durch Piraten, Walfänger und Entdecker nahezu ausgerottet. Zum einen lag dies am Menschen direkt, der die Tiere als  Nahrungsquelle nutzte, zum anderen geschah dies auch indirekt durch versehentlich mitgeschleppte Ratten, die sich auf der Insel schnell vermehren konnten und sowohl Eier als auch Babyschildkröten fressen.

Die Ratten vermehrten sich so sehr, dass in der Folge keine Babyschildkröten in den letzten 100 Jahren überlebten. Die Population der Sattelrückenschildkröte Chelonoidis nigra ephippium ging auf 100 Exemplare zurück, die mittlerweile ein Alter zwischen 100 und 200 Jahren erreicht haben.

Im Dezember 2014 machte eine Gruppe Naturschutzbiologen um Dr. James Gibbs von der State University of New York’s College of Environmental Science and Forestry eine erstaunliche Entdeckung auf Pinzón.

Man fand insgesamt 10 Babyschildkröten. Das klingt jetzt nicht gerade nach einem Babyboom, markiert aber den Anfang der Erholung der Riesenschildkröte. Möglich ist dies unter anderem durch die Aktive Bekämpfung der Ratten seit 2012 mit einem speziellem Gift, das nur Ratten anlockt. Besagtes Gift wurde schon erfolgreich auf anderen Galápagos Inseln eingesetzt.

Insgesamt fand das Team 300 Schildkröten und schätzt die Population derzeit auf ca. 500 Individuen. Seit den 1960er Jahren werden auf Pinzón Schildkröten „per Hand“ nachgezüchtet und erst mit 4 oder 5 Jahren in die Wildnis entlassen, wenn die Ratten keine so große Gefahr mehr darstellen.

Durch die Bekämpfung der Ratten hat die Population der Riesenschildkröte von Pinzón endlich wieder die Chance sich zu erholen und auf ihre natürliche Größe anzuwachsen.

Quellen:

Vorzeitliche Riesenschildkröte in Spanien entdeckt

Genauer gesagt in Madrid fand fand man Fossilien einer Schildkröte, die mit ca. 2 Metern Panzerlänge noch größer war als die heutigen Riesenschildkröten auf den Galapagos Inseln. Wegen ihrer Größe und den wohl sehr robusten Extremitäten wurde sie auf den Namen Titanochelon getauft. Beheimatet war sie vermutlich in Westeuropa und Teilen Asiens und lebte vor 20 mio bis 2 mio Jahren unserer Zeit.

Sehr interessant ist, dass der Fossilienfund schon fast ein ganzes Jahrhundert zurück liegt. In den 1920er Jahren fing man mit den Untersuchungen an, welche sehr langwierig waren und Mitte der 30er Jahre durch den spanischen Bürgerkrieg unterbrochen wurden. 2005 fing man dann quasi von vorne an, fand weitere Fossilien und konnte nun die Art der Riesenschildkröte bestimmen. Einige Bilder findet ihr in nachfolgendem Link.

Quelle:
Pressemitteilung MNCN: http://www.mncn.csic.es/docs/repositorio//es_ES//comunicacion/2014/11_noviembre/tortugas/05_noviembre_2014_tortugasmioceno.pdf

Española Galapagos Riesenschildkröten Population stabil

Wie Galapagos Conservancy berichtet, ist auf der Insel Española ein wichtiges Artenschutzprojekt erfoglreich geglückt. Die Population der dort lebenden Riesenschildkröten Chelonoidis hoodensis wurde in den 60er Jahren auf 15 Individuen reduziert, konnte jetzt aber laut einer Studie von Gibbs et. al. stabilisiert werden.

Espanola Galapagos Riesenschildkröte Chelonoidis hoodensisÜber 2000 Schildkröten wurden nachgezüchtet und auf der Insel ausgesetzt. Viele überlebten und einige vermehren sich sogar auf natürliche Art und Weise, sodass sich die Populationsgröße nicht wieder so stark reduzieren dürfte.

Allerdings kann sie derzeit auch nicht weiter wachsen, denn das Ökosystem wurde in weiten Teilen durch eingeführte Ziegen so verändert, dass die Schildkröten dort derzeit keine guten Bedingungen vorfinden. An diesem Problem wird derzeit wohl auch gearbeitet, es benötigt aber noch viel Zeit.

Quelle: http://www.galapagos.org/newsroom/success-for-espanola-tortoises/

Galapagos Schildkröten lebten wohl ursprünglich am Amazonas

Diese Nachricht ist war schon einen Monat alt, aber ich möchte sie euch dennoch nicht vorenthalten.

AmazonasWie „La Prensa“ berichtet, kam man an der Universidad Federal de Acre in Brasilien nach zweijähriger Arbeit an einem brasilianischen Fossil (genauer gesagt einigen Überresten eines Panzers), einer vor rund 8 mio Jahren lebenden Schildkröte der Gattung Chelonoidis, zu dem Schluss, dass die Galápagos Riesenschildkröten aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem Amazonasgebiet stammen. Das besagte Fossil der prähistorischen Schildkröte, welche etwa doppelt so groß war wie heute lebende Galápagos Riesenschildkröten, weist demnach die größte Ähnlichkeit zu den heute dort lebenden Schildkröten auf.

Galapagos Inseln

Bisher vermutete man, dass kleinere Schildkröten als Treibgut auf die Inseln kamen und sich dort auf Grund fehlender Feinde und guten Lebensbedingungen zu solch riesigen Exemplaren entwickeln konnten.

Source: http://www.laprensasa.com/309_america-in-english/2066650_pre-historic-tortoises-lived-in-amazon-before-migrating-to-galapagos.html