Barotrauma: Neue Gefahr bei Kühlschranküberwinterung?

Barotrauma: Neue Gefahr bei Kühlschranküberwinterung?

Bislang galt die Kühlschranküberwinterung als sehr sichere Methode seine Schildkröten starren zu lassen. Wichtige Parameter wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit lassen sich sehr komfortabel überwachen und steuern, um die bestmöglichen Bedingungen für die Winterstarre zu erreichen. In den letzten Jahren haben sich in Foren jedoch zumindest gefühlt die Meldungen gehäuft über Schildkröten, die während der Überwinterung im Kühlschrank gestorben sind. Doch woran mag das liegen? Verbreiten sich falsche Informationen? Melden sich einfach nur mehr Leute als früher mit ihrem Problem? Ist der Kühlschrank doch nicht so ideal? Klaus Kreyerhoff hat darauf womöglich eine Antwort gefunden.

Ihm fielen zwei Dinge auf. Auf den Fotos von den toten Schildkröten, die deren Besitzer ins Netz gestellt haben lief den meisten Tieren Flüssigkeit aus Nase und Mund, was schon sehr auffällig ist. Zudem bemerkte er, dass sich moderne Kühlschränke gar nicht so einfach öffnen lassen. Schuld ist die Gummierung der Türen, die stark abdichtet und erst mal nur 1-2 cm nach gibt, bevor die Tür richtig auf geht. Seine Vermutung: Durch das Nachgeben vergrößert sich im Innern das Volumen des Kühlschranks, es kann jedoch keine Luft nachströmen, die den neu gewonnenen Inhalt füllt. So entsteht für kurze Zeit ein Unterdruck. Andersrum verhält es sich beim Schließen, wo ein Überdruck entsteht, der vom Kühlschrank erst ausgeglichen werden muss. Dies könnte bei den Schildkröten ein sogenanntes Barotrauma auslösen. Dadurch können Blutgefäße oder sogar die Lunge reißen.

©Klaus Kreyerhoff: Warum bei der Überwinterung im Kühlschrank ein gefährliches Barotrauma droht Modellhafte Veranschaulichung dessen was in Lunge und Atemwegen während des Öffnens und Schließens im Kühlschrank geschieht.

Diese These wurde vorbildlich mit Hilfe eines Druckmessers und einer nachgebauten Schildkrötenlunge überprüft und die Ergebnisse dokumentiert. Ein Tierarzt bestätigte dann die Vermutung. Demnach könnte es gut möglich sein, dass die Tiere durch den Druckunterschied beim Öffnen und Schließen des Kühlschranks Verletzungen erleiden, an denen sie letztendlich versterben. Denkbar sei auch, dass Keime tief in die Lunge gedrückt werden und dadurch eine Krankheit auslösen. Dabei können die Druckschwankungen durch ein kleines Röhrchen an der Dichtung, und somit womöglich ein Versterben der Tiere, verhindert werden.

An dieser Stelle empfehle ich euch den Beitrag von Klaus Kreyerhoff durchzulesen. Dort sind die ganzen Hintergründe etwas detaillierter geschildert und Videos der Experimente zu sehen, die eindrucksvoll zeigen welche Druckunterschiede beim Öffnen und Schließen des Kühlschranks entstehen können. Außerdem wird gezeigt, wie das Röhrchen für den Druckausgleich angebracht werden muss.

Wie sind eure Erfahrungen mit dem Kühlschrank? Hinterlasst doch gerne einen Kommentar.

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