Warum einige Schildkröten durch die Kloake atmen können

Sicherlich habt ihr auch irgendwo schon einmal gehört oder gelesen, dass Schildkröten durch den Anus, oder besser gesagt die Kloake, atmen können. Wer dies bislang für einen Scherz hielt der irrt, denn es gibt tatsächlich einige Arten wie die Zierschildkröte, die durch ihre Kloake atmen können.

Dies macht für Arten, die unter Wasser überwintern auch Sinn. Wie kürzlich berichtet, haben Schildkröten einen speziellen Muskel, der aktiv bewegt werden muss, um atmen zu können. Dabei entsteht dieses schildkrötentypische Zucken von Kopf und Beinen. Der Muskel verbraucht dabei vergleichsweise viel Sauerstoff, der unter Wasser eher knapp ist und Luftholen bei zugefrorenen Seen teilweise auch Wochen- oder Monatelang unmöglich ist. Durch die anaerobe Lebensweise steigt der Milchsäure gehalt bei Benutzung der Muskeln stark an, was schnell zu einer Übersäuerung führen kann.

Zierschildkröte Chrysemys picta dorsalis

Daher haben manche Arten speziell ausgebildete, fingerartige Erweiterungen an der Kloake, die mit Blutgefäßen verbunden sind. Durch Muskelkontraktionen an der Kloake werden sie mit Wasser umspült, wodurch Sauerstoff aus dem Wasser aufgenommen werden kann. Die nötige Energie und der Sauerstoffverbrauch für die Muskelkontraktion an der Kloake sind viel geringer, sodass eine Übersäuerung erst viel später eintritt.

Quellen:

 

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