Schlagwort-Archive: Chelonoidis nigra duncanensis

Pinzón – Erste Babyschildkröten nach über 100 Jahren

Pinzón Riesenschildkröte Die Riesenschildkröten auf der Galápagos Insel Pinzón Chelonoidis nigra ephippium ( auch Chelonoidis nigra duncanensis genannt) wurden in den vergangenen Jahrhunderten durch Piraten, Walfänger und Entdecker nahezu ausgerottet. Zum einen lag dies am Menschen direkt, der die Tiere als  Nahrungsquelle nutzte, zum anderen geschah dies auch indirekt durch versehentlich mitgeschleppte Ratten, die sich auf der Insel schnell vermehren konnten und sowohl Eier als auch Babyschildkröten fressen.

Die Ratten vermehrten sich so sehr, dass in der Folge keine Babyschildkröten in den letzten 100 Jahren überlebten. Die Population der Sattelrückenschildkröte Chelonoidis nigra ephippium ging auf 100 Exemplare zurück, die mittlerweile ein Alter zwischen 100 und 200 Jahren erreicht haben.

Im Dezember 2014 machte eine Gruppe Naturschutzbiologen um Dr. James Gibbs von der State University of New York’s College of Environmental Science and Forestry eine erstaunliche Entdeckung auf Pinzón.

Man fand insgesamt 10 Babyschildkröten. Das klingt jetzt nicht gerade nach einem Babyboom, markiert aber den Anfang der Erholung der Riesenschildkröte. Möglich ist dies unter anderem durch die Aktive Bekämpfung der Ratten seit 2012 mit einem speziellem Gift, das nur Ratten anlockt. Besagtes Gift wurde schon erfolgreich auf anderen Galápagos Inseln eingesetzt.

Insgesamt fand das Team 300 Schildkröten und schätzt die Population derzeit auf ca. 500 Individuen. Seit den 1960er Jahren werden auf Pinzón Schildkröten „per Hand“ nachgezüchtet und erst mit 4 oder 5 Jahren in die Wildnis entlassen, wenn die Ratten keine so große Gefahr mehr darstellen.

Durch die Bekämpfung der Ratten hat die Population der Riesenschildkröte von Pinzón endlich wieder die Chance sich zu erholen und auf ihre natürliche Größe anzuwachsen.

Quellen: