Die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf Schildkröten

WWF Deutschland hat zum Valentinstag auf Facebook mit einem Video auf sich aufmerksam gemacht, in dem es unter anderem um die möglichen Auswirkungen des Klimawandels in Bezug auf das Liebesleben von Schildkröten geht.

Das Problem: Das Geschlecht von Schildkröten wird maßgeblich durch die Temperatur im Ei bestimmt. Wärmere Temperaturen, bringen mehr Weibchen hervor. Je wärmer die Erde wird, desto mehr Weibchen entwickeln sich. Als traurige Konsequenz nennt der WWF, dass die armen Weibchen daher bald keine Männchen und somit keine Liebe mehr finden.

Was auf den ersten Blick ein wenig traurig klingt, ist in letzter Konsequenz jedoch weit mehr als das. Würden sich keine Männchen mehr entwickeln, stünden Schildkröten endgültig vor dem aussterben. Das Video wurde bereits über 95.000 mal aufgerufen und auf Facebook stark diskutiert. Die Meinungen gehen dabei weit auseinander. Während sich einige sicher sind, dass das Ende der Schildkröten bevor steht, glauben andere, dass es kaum eine Auswirkung haben wird. Schließlich leben Schildkröten seit Millionen von Jahren auf diesem Planeten und waren immer wieder gewissen Klimaschwankungen ausgesetzt. An dieser stelle will ich auch mal meine Gedanken zu dem Thema vorstellen.

Sicherlich gibt es Schildkröten schon seit über 200 Millionen Jahren auf diesem Planeten und sie trotzten in dieser Zeit kühleren und wärmeren klimatischen Bedingungen. Im Laufe der Evolution passten sie sich verschiedenen Umgebungen perfekt an. Dies äußert sich z.B. in der Größe des Tieres, der Form des Panzers oder der Füße. Um kühlere Perioden zu überstehen halten einige Arten eine Winterstarre, andere sogar eine Hitzestarre, wenn es mal zu heiß wird. Schildkröten könnten sich also einfach verändern, um die veränderten Bedingungen zu kompensieren. Größere Schildkröten können tiefere Löcher graben, wodurch die Eier weniger stark erwärmt werden, neue Lebensräume könnten weiter nördlich erobert werden. Dort wo eine Vermehrung im Moment nur selten gelingt, wie z.B. in Deutschland, könnte es zukünftig eventuell funktionieren.

Es gibt allerdings einige Probleme. Zum einen schreitet der Klimawandel recht schnell voran, was meiner Meinung nach ab einem gewissen Zeitpunkt aber nur natürlich ist, egal ob der Klimawandel durch Menschenhand verursacht ist oder nicht. Die Tiere haben daher nur wenig Zeit sich anzupassen. Bis eine Schildkröte geschlechtsreif ist, dauert es ja auch ein paar Jahre. Zum anderen schrumpfen die Lebensräume und werden zusätzlich vom Menschen voneinander getrennt. Daher gibt es nur wenig verschiedene Orte an denen sich unterschiedliche Anpassungen entwickeln könnte und eine Ausbreitung in den Norden ist ebenfalls nur schwer möglich. Zusätzlich könnten Natur- und Artenschutz den Schildkröten einen Strich durch die Rechnung machen. Erobert eine Schildkröte ein neues Gebiet, wird aber fälschlicherweise als fremde Art für ausgewildert erklärt, wird sie vermutlich einfach aus dem Gebiet wieder entfernt. Flora und Fauna sollen ja schließlich nicht durch fremde Arten bedroht werden.

Dennoch bin ich davon überzeugt, dass es auch in naher Zukunft noch Schildkröten geben wird. Sie haben nämlich auch ein paar Tricks auf Lager. Schildkröten sind wechselwarme Tiere. Nicht nur das Geschlecht wird von der Temperatur bestimmt, sondern alles mögliche andere auch. Darunter fallen auch der Sexualtrieb sowie Häufigkeit und Zeitpunkt der Eiablage (wobei andere Faktoren sicherlich auch eine Rolle spielen). Das ließ sich bei unseren Schildkröten in den letzten Jahrzehnten wunderbar beobachten. In gewisser Weise können einige Aspekte des Klimawandels schon jetzt kompensiert werden. Dies könnte einigen Arten das Überleben sichern. Vielleicht werden einige Arten aussterben, aber ich bin mir sicher, dass auch einige überleben werden.

Wie ist eure Meinung zu dem Thema? Sterben Schildkröten auf Grund des Klimawandels womöglich bald aus? Sollten spezielle Maßnahmen getroffen werden? Ich freue mich über jeden Kommentar.

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